Heute ist Uerige Sticke-Tag

Viele Bierliebhaber sagen, dass der Genuss der Biere auch vom Wetter abhängig sei. Kurze Tage dunkle Biere, lange Tage helle Biere ist eine probate Formel. Sie gilt aber genauso für die Nacht: Kurze Nächte … Andererseits gibt es aber Tage, an denen das Bier des Tages einfach vorgegeben ist, wie beim Sticke-Tag des Uerigen. Zweimal im Jahr gibt es in den Uerigen Gastwirtschaften –  sofern die Wirtsleute Sticke bestellen – den stärker eingebrauten besonderen Sud, im Jahresrhythmus von unterschiedlicher Qualität, aber immer gut und trinkenswert: bitter-hopfig, hopfen-nasig und mit langem hopfigem Abgang – mit variierender Betonung je nach Sud auf den einzelnen Teilen. Das Ganze süffig als Alt-Bier strukturiert, jedoch eben mit mehr Malz und Hopfen als für den üblichen Sud, der mit über 50 Bittereinheiten schon eines der bittersten traditionellen Biere in Deutschland, wenn nicht das Bitterste stellt.
Wunderschön ist dieser Tag, der jeweils dritte Dienstag im Oktober und im Januar eines jeden Jahres, genießen Menschen und Tiere ihn im Uerige Stammhaus in der Düsseldorfer Altstadt. Es gibt kaum einen Ort, an dem die Braun- und Kupfertöne der Wirtschaft besser mit den Farben des Bieres harmonieren, die Holzfässer beim Rollen und die Köbesse beim Heben sich beobachten lassen – und stille Andacht und starker Genuss näher beieinander sind.
Bei der FSBC in der Bochumer Jahrhunderthalle am Wochenende gab es das Sticke II-2014 schon zu verkosten, heute bei Regen in der Altstadt ist es noch schöner und bei der nächsten Gärbar haben wir für Euch auch noch ein Schlückchen. Einige von uns sagen, dass das Uerige Sticke, das Orval und das Rodenbach Grand Cru das Allzeit-Dreigestirn des ständigen Bierhimmels bilden – und das kann durchaus richtig sein.