Ungeahnte Lichtgestalten in dunklen Zeiten

Wenn man nicht gerade glaubt, dass das herrschende Schweinesystem einer gottgewollten Ordnung entspringt, oder dass der Kapitalismus, seine naturgesetzliche Richtigkeit besitzt, ist man eh der Überzeugung, dass die Welt von Arschlöchern übersät ist. Eigentlich, machen wir uns nichts vor, gibt es mehr Arschgeigen als andere, sodass man den Glauben an die Vernunft zwischenzeitlich verlieren kann.

Nun machen sich mehr Menschen als in der Vergangenheit auf den Weg, um auf einem kleinen, aber sehr reichen Kontinent namens Europa ihr Glück zu finden. Irgendwie klar, dass das wieder einmal die Arschlöcher auf den Plan ruft.

Zwei Lichtgestalten machen in besonderer Weise auf sich aufmerksam. Till Schweiger und Dr. Oliver Junk (CDU) Oberbürgermeister der Stadt Goslar. Vielleicht ist Herr Schweiger eher einfach gestrickt, er folgt aber dem richtigen Impuls der Menschlichkeit und scheut sich nicht, das mit angemessener Wortwahl einzufordern. Herr Junk ist vielleicht weniger bekannt. Er tritt dafür ein, dass schrumpfende Städte wie die Stadt Goslar mehr Flüchtlinge bekommen. Sie hätten genügend Leerstand, um die neuen Mitbürger_innen angemessen unterzubringen. Dass Junk sich mit dieser Position nicht nur Freunde macht, ist ihm klar. Viele seiner Kollegen und Kolleginnen haben Angst, mit einer solchen Forderung die nächste Wahl zu verlieren. Arschlöcher halt.

Und was können wir tun? Spenden sind immer richtig. Es fehlen aber auch Leute, die für gute Stimmung sorgen: Sprachkurse, Stadtrundgänge, Sport und Spaß sind Balsam für die von der Flucht geschundene Seele. Du kannst uns bei Interesse an der Theke ansprechen oder eine der folgenden Internet-Seiten besuchen:

Koordiniert Hilfe:

http://www.planb-ruhr.de/migration-integration/fluechtlingshilfe

Für Sport:

https://de-de.facebook.com/netzwerkwohlfahrtstrasse

Ansonsten:

https://www.facebook.com/treffpunkt.asyl.bochum

Prost

Eure Gärbar-Crew

International Beer Day

gaerbar-foto-august-2015Heute ist der internationale Tag des Bieres. Er findet jährlich am ersten Freitag im August statt. Weltweit wird an diesem Tag das Getränk der Gärbar gefeiert und getrunken. Drei Ziele sind mit ihm verbunden: Freunde treffen, um gemeinsam Bier zu genießen, Frauen und Männer und _Xe zu ehren, die das Bier brauen sowie servieren und gemeinsam die Biere aller Nationen und Kulturen zu feiern und damit die Welt zu vereinen. United we drink, divided we fall sozusagen: gegen Rassismus, Nazis, Staatswillkür. Während in diesem Land die Reinheit des Bieres mehr zählt als Wit und Coffee Porter, haben andere damit keine Probleme: Das Fantôme Dark White wird nur durch Gewürze so gut, die Girardin-Lambiks werden nur durch Wildhefen so weinig. Mitgebracht haben wir zur Bier-Feier die 2-Caps-Biere aus dem nordfranzösischen Pas de Calais, das Fantôme aus der Wallonie und die beiden fränkischen Biere des Monats. Zugegeben: die sind trotz der engen Grenzen des Reinheitsgebots außergewöhnlich komplex.

Unsere Biere im August:

Bier des Monats
*Frauendorfer Rauchbier
*Metzgerbräu Lager

Sommer
*Fantôme Dark White
*Blanche de Wissant
Gose
Hoegaarden
Atlantic Ale

Malz
*Vormann Malz

Dunkel
*Noire de Slack
1838er
Latzen

Hell
*D-Day
Val Dieu Blonde
La Chouffe TIPA
Saint Feuillien Saison

Fruchtig
Rodenbach
Girardin Lambik
Girardin Kriekenlambik
Girardin Kriek
Girardin Geuze
Girardin Framboise

* = neu

Lieber ein Glasregime als ein gläserndes Regime

In belgischen Kneipen gibt es zu jedem Bier ein spezielles Glas. Dort legen sich die Brauereien mächtig ins Zeug, um das Bier angemessen zu präsentieren. Hierzulande wird das Glas ja bekanntlich nicht immer geschätzt. Welche ordentliche Punkerin mag ihr Bier schon aus dem Glas?

Doch auch in einer Bochumer Kneipe, in der es bekanntermaßen gute Biere gibt, mussten wir es schon mit ansehen, wie z. B. das Orval (das beste Trappistenbier) aus der Flasche getrunken wurde. Also bitte!? So etwas würde es in der Gärbar nicht geben. In der Gärbar gibt es das Orval nur aus dem Abteibier-Kelch. Und falls wir keinen mehr da haben, eben aus dem Weinglas.

Die Mühe ums Glas hat so seinen Preis. Zumindest ist es nicht immer ganz einfach, das richtige Glas zu erwischen. Hier stoßen zum Teil auch Weltanschauungen aufeinander. Deshalb gibt es manchmal Irritationen hinter der Theke. Und deshalb zeigen wir das „richtige“ Glas nun neben der Bierbeschreibung an. So ist alles schön transparent.

Grundsätzlich gilt: Mit einem Weinglas machtst du nie etwas verkehrt. Es sieht gut aus und durch die verjüngte Öffnung kann sich das Bouquet (dafür wurde es schließlich gemacht) optimal entfalten.

Was wollen wir mehr?

 

PS: Im pdf findest du einen Vorgeschmack aufs neue Layout der Bierkarte. 😉

Juli2015

Craft Beer Revolution? Fuck off!

In den letzten Wochen gab es so einige Vorfälle, die unsere Haltung zum sog. Craft Beer ins Wanken gebracht haben. Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Grundsätzlich finden wir es super, wenn an jeder Ecke Brauereien entstehen, die gute Biere machen. Wenn aber, wie uns aus verlässlicher Quelle berichtet wurde, in Neukölln Kneipen mit so hübschen Namen wie „Zum stumpfen Eck“ oder „Zum Magendoktor“ schließen und stattdessen IPA-Bars entstehen und statt einer ordentlichen Molle für 2 Tacken irgendeines der 500 neuen IPAs
für € 7, 50 serviert wird, dann hört der Spaß auf. Dann ist die Craft Beer Revolution eine Revolution gegen die Arb_eiter*klasse und kann uns am Arsch lecken.

Die Subsumtion des Craft Beers unter die Knute des Kapitals bewirkt im Übrigen einen enormen Preisanstieg. Nehmen wir mal das sog. Jahrgangsbier von Fiege. Im Advent bringt die Fiege Brauerei einen Bock auf den Markt, der für € 16 im Handel ist. An die, die solche Preise bezahlen: Habt ihr noch alle Latten am Zaun? Klar sind handwerklich gebraute Biere, die in kleinen Mengen produziert werden, teurer als die Fernsehplörre aus dem Discounter. Dennoch beobachten wir, dass hier ein Trend gemolken werden soll, um ein ordentliches Surplus zu produzieren.

Und was ist eigentlich mit den guten Bieren, die es quasi schon immer gibt? Wieso braucht es noch ein Saison, wenn das Saison von Dupont ungeschlagen bleibt? Nichts gegen die neuen Stouts und (India) Pale Ales. Aber letztendlich bieten diese Biere die gleiche Pisse in einer anderen Flasche und die Hippster saufen das Zeug, ohne zu merken, dass sie wieder einmal dem Massenbetrug auf dem Leim gegangen sind und Varianten des ewig Selben trinken.

Auch finden wir, muss es nicht immer das neuste Bier aus Portland sein, das man unbedingt probiert haben muss. Es ist schon ein wenig absurd, welche Wege so manches neue Bier zurücklegt: Da wird Hopfen aus dem Hallertau, Hefe aus Weihenstephan und Malze aus England in die USA geschifft, um dann wieder in Europa auf den Markt zu kommen. Da bleiben wir doch lieber bei Orval, Schneiders TAP 5 oder 4 und unserem geliebten Latzen aus Düsseldorf.

Prost
Deine Gärbar-Crew

Wie findet ihr eigentlich Oettinger Pils?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Oettinger braut kein schlechtes Pils. Im Gegenteil: Jedes Mal wenn ich ein Oettinger Pils bei dem Schwiegervater trinken muss, bin ich positiv überrascht: schaumstabil, gold-gelbe Farbe, Bouquet stilgetreu, das Hopfenaroma würzig und deutlich herb. Was will man mehr von einem Pils?

Trotzdem hat es die Frage in sich und kann gar nicht vollkommen zufriedenstellend beantwortet werden: Zu sagen, dass das Oettinger Bier schlecht sei, hätte doch etwas Snobistisches. Und außerdem machte man sich wahrscheinlich verdächtig, vom Preis und dem schlichten Design des Etiketts in unzulässigerweise auf die Qualität des Inhalts zu schließen. Irgendwie wäre das nicht objektiv, oder? Würde man das Oettinger über Gebühr loben, wäre es auch nicht recht. Kann das kommerziell erfolgreichste Bier der BRD wirklich gut sein? Kommerz und Qualität sind doch irgendwie am Ende widersprüchliche Konzepte.

Dabei ist man mit einem Negativ-Urteil in bester Gesellschaft: Bei ratebeer schneidet das Oettinger Pils nicht gerade gut ab. Im Durchschnitt kommt das Oettinger auf einen Wert von 2,33, wobei hier eine Fünfer-Skala zugrunde liegt. Zum Vergleich: Das beste Bier der besten Biere, das Westvleteren, erreicht hier einen Wert von 4,4. Das schlechteste Bier erreicht einen Wert von 1,08. Insbesondere im Stilvergleich erreicht das Oettinger Pils 17 von 100 möglichen Punkten. Das ist eigentlich zu wenig für ein solch solides Pils. Woran liegt das?

Wir haben es ja schon an anderer Stelle deutlich gemacht: Wir finden Biere gut, zu denen sich was erzählen lässt. Wir schmecken also nicht nur mit der Zunge, sondern auch mit dem Bauch. Die meisten Menschen schmecken aber auch mit dem Portemonnaie: Im Rahmen einer Studie, die leider nicht mehr zitierbar aufgefunden wurde, wurden Versuchsgruppen zwei Weine zur Verkostung vorgelegt. Ein teurer Wein und Billigwein. Was die Teilnehmer der Studie nicht wussten: In beiden Proben befand sich der gleiche gute Tropfen. Und welche Probe hat wohl deutlich besser abgeschnitten? Ebend. Und es ist wohl tatsächlich so, dass die Probanden die Weine tatsächlich auch sensorisch unterschiedlich wahrgenommen haben, weil unsere marketinggefickten Gehirne so programmiert sind.

So ist es meines Erachtens auch beim Oettinger-Pils. Es ist keinesfalls schlechter als Veltins. Veltins erreicht aber mit 48 Punkten auf ratebeer mehr als doppelt so viele Punkte im Stilvergleich wie das Oettinger-Pils. Auch im Durchschnitt scheidet es mit einem Wert von 2,78 besser ab als das Oettinger. Aber wenn es nach mir ginge: Ich würde im SZ-Kühlschrank lieber Oettinger sehen als Veltins. Aber es ist halt ein Billigbier und das löst bei den meisten Menschen sogleich negative Erwartungen aus.

Prost

Einer aus der Gärbar

499 Jahre Reinheitsgebot steigern die Lust …

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… auf unreines Bier. Wir feiern den Tag des Deutschen Bieres auf unsere Art. Mit diesem ominösen Tag soll an das Reinheitsgebot vom 23. April 1516 erinnert werden. Gleichzeitig ist der 23. Aprilauch der Welttag des Buches, eingerichtet von der Unesco, ein Feiertag für das Lesen, aber auch für das Copyright, die Rechte von Autoren.

Wir sind ja eher für diese andere Welt mit Copyleft und Grundeinkommen für alle. Und wir könnten uns auch vorstellen, dass es stattdessen einen Welttag des Bierbuches geben könnte, als Verbindung aus beiden Feiertagen.

Zur Feier des Tages holen wir jedenfalls aus dem Keller – auf Anraten der Brauerin, die Lust auf etwas Süßes im Sauren hat – ein Oud Beersel Vieille Kriek von 2002. Über 13 Jahre alt ist dieses nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraute belgische Bier aus dem schönen Ort Beersel, gelegen im spontan vergärenden Pajottenland rund um Brüssel. 200 Gramm Kirschen sind drin, roher Weizen, keine Hefe, sondern das, was in der Luft, in den Fässern so an Mikroorganismen herumschwirrt, macht dieses Kirschbier zum Erlebnis, nach Fasslagerung und Flaschengärung. Und es hätte noch älter werden können. Bis 2027 ist auf dem Haltbarkeitsdatum angegeben – bei Geuzen sind 25 Jahre ab Abfülldatum regulär angegeben – das muss ein deutsches Reinheitsgebotsbier erstmal schaffen (unpasteurisiert). Fruchtbiere wie das Kriek sollen weniger dauerhaft sein, der Fruchtgeschmack nimmt ab, die Säure nimmt zu, die Nachgärung in der Flasche wandelt die restlichen Zucker zu Alkohol – so weit sie es zulassen oder bis der zunehmende Alkoholgehalt sie bremst. Nicht jedoch das Oude Kriek Vieille.

Das Oude Kriek Vielle der Brauerei Oud Beersel ist genau das, was die Brauerin wünscht: Es ist nicht stark sauer, hat eine feine Restsüße, schmeckt intensiv nach Kirsche, besitzt den reinen Rotton und die kräftig-weiße Schaumkrone. Wir würden sagen: Das beste Kriek seit langer Zeit – noch dazu ein so altes.

Gebraut wurde es noch in der Zeit, als Henri Vandervelden II lebte, wahrscheinlich von Danny Draps, der die Kneipe direkt neben der alten der Vanderveldens übernommen hatte. Zu dieser Zeit war der 1926 geborene Vandervelden schon in Pension und die Würzeproduktion an die Brauerei Boon ausgelagert, die Gärung lief aber noch in den alten Fässern. Vor etwa sieben Jahren waren wir mal wieder dort. In der alten Kneipe ist jetzt ein Blumenladen, die Wiedereröffnung der Brauerei 2005 durch Gert Christiaens und Roland de Bus liegt auch schon wieder einige Jahre zurück, inzwischen schmeißt Gert mit seinem Vater Jos den Laden. Ihn, der gut deutsch spricht, konnte man auch ein paar Mal beim Festival der Bierkulturen im Kölner Ehrenfeld sprechen.

Wer Gelegenheit hat, an einem Wochenende sich die Brauerei anzusehen: Unbedingt! Es gibt kein besseres Museum für Lambik und Geuze. Die Anlagen sind uralt, die Fässer dito, zumindest waren sie es damals. Ein Fest für das Auge. Und selbstverständlich schmeckt das Oud Beersel nicht wie das Boon, auch wenn die Würze dort gekocht wird, ausgebaut wird es in Beersel, Oud Beersel ist deswegen heute eher eine Stekerij.

Für das Oud Beersel Vieille gibt es keinen Ratebeer-Eintrag, die neuen Biere haben gut-gestylte Etiketten und kommen in der gewichteten Bewertung auf eine gute Note von 3,84, der höchsten für all ihre verschiedenen Biere. Die Brauerin hat also durchaus recht, wenn sie das Oud Beersel Oude Kriek als eines der besten Kriek-Biere empfiehlt – gerade an einem so reinen Tag wie heute. Jeder Tag ein Feiertag.

Glockenspiel der Pfandflaschen

Lange waren wir auf der Suche nach einer angemessenen Ausdrucksform, um unserer liebsten Melodie ein Denkmal zu setzen: dem Glockenspiel der Pfandflaschen, lieblich klingt es aus dem Kofferraum. Vieles haben wir ausprobiert: Poesie und Prosa, Drama und Epik. Doch nichts, was Sprache fasste, befriedigte unsere Vision einer Hommage an den Klang der Glücklichen. Einer Eingebung folgend griffen wir beim Pfandtransport zum Handy und drückten auf Aufnahme. Nun ist es geschaffen! Im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit kann das Unterfangen nur über das Medium gelingen, welches den verehrten Klang zu Null-Grenzkosten immer und überall verfügbar macht. Viel Spaß beim hören!

Zehn Jahre SZ, ein Jahr Alles Gärbar!

Als Weltmeister der kurzfristigsten Einladungen nutzt die Gärbar-Crew wirklich jede Minute: Wir laden Euch für heute abend, 6.2.15, ab 20 Uhr zur 12. Gärbar ins Soziale Zentrum, präsentiert von freiraum e.V. Ab 19:30 Uhr geht es im Saal los mit einer Veranstaltung zur Organisierung. Ab 20 Uhr ist die Theke offen. Und es gibt viel zu feiern heute. Zehn Jahre SZ, ein Jahr Alles Gärbar!

Denn 2005 hat das SZ, damals noch in der Rottstraße, seine Pforten geöffnet. Auch die Gärbar feiert Jubiläum. Ein Jahr ist ins Land gegangen und wir freuen uns, die Bierkarte in Bochum bereichert zu haben. Uns hat das Jahr mit Euch riesig Spaß gemacht und wir sind gespannt auf ein neues Jahr Gärbar im SZ.

Acht neue Biere präsentieren wir heute abend – neben vielen weiteren, die gut dazu passen, Ihr aber vielleicht schon von früheren Gärbaren kennt. Von ausgesprochen hopfigen Bieren, wie dem De Ranke XX Bitter, über ausgewählte Stouts und Porter, wie London Porter, Saense Stout, Jopen Extra Stout und Pumpernickel Porter, über Bier für gemütliche Winterabende wie das Aventinus und das dreifach-kräftige De Molen Bommen & Granaten, bis zu ausgesprochen fruchtig-saure Biere wie Rodenbach Grand Cru und das Boon Framboise, dazu noch einen Schuß Alt: Latzen und Überwasser Alt.

Dazu gibt es Kartoffelsalat und eine Tombola, mit der wir kleine, aber feine Biere, von denen wir nicht mehr genug für alle haben, verlosen bzw. verspielen.

Kommt alle, feiert mit!

Nachtrag: Wo wir das Bier herbekommen

Schon seit langem fehlt einer lieben Bierfreundin von der Gärbar-Crew die gute alte Framboise aus dem Hause Boon. Da wir es bisher nicht geschafft haben, nach Belgien zu kommen, trug es sich glücklicherweise zu, dass es eine motorisierte Untergruppe der Gärbar-Crew in die alte Bundeshauptstadt Bonn verschlagen hat.

In Bonn gibt es einen wirklich gut sortierten Getränke-Händler. Das ist eigentlich die falsche Beschreibung. Gut sortieren kann jeder. Hier scheinen die Inhaber fürs Thema zu leben und das finden wir richtig gut. P&M Getränke ist meines Erachtens der beste Getränke-Markt in der Nähe von Bochum!

Wenn man den Laden zum ersten Mal betritt, stellt sich eine leichte Überforderung ein. Die Hände werden feucht, der Puls steigt: Die guten belgischen Biere und gute deutsche Craft-Biere begrüßen dich gleich zu Beginn. Der Laden ist recht eng, es gibt keine Wägen. Wie soll ich nur das Bier hier rausbekommen, zumal es vor der Tür nur wenige Parkmöglichkeiten gibt?

Jedenfalls ließ ich mich ein wenig vom Angebot erschlagen. Mit eisener Disziplin hielt ich mich an meiner Liste fest. Nur zwei Flaschen Framboise, das ist zu wenig. Ich fragte mich durch und wurde mit ins Lager genommen. Nach ein wenig hin und her, hatte ich das Meiste, was ich suchte und war von der Bierleidenschaft dieses Geschäfts wirklich beeindruckt. Zum Beispiel hat man die Anzahl der Kisten des geliebten Orval limitiert. So muss es sein. Das wenige Orval muss gut unter den Trinkern aufgeteilt werden. So scheint auch die Brauerei selbst zu denken. Wie viel man dort auch bestelle, man immer weniger.

Die Einkäufe sind auch noch gut zum Kofferraum gekommen. Es gibt nämlich Sackkarren, die ich glücklicherweise nicht selbst bedienen musste. Merci.

Die nächste Gärbar  am 6. 2. 15 kann kommen!

Wo wir das Bier herbekommen

Wir wurden schon öfters gefragt, wo wir das ganze Bier herbekommen. Weil das kein Geheimnis ist und im Januar 2015 die Gärbar ausfällt, wollen wir nun unsere wichtigsten Quellen preisgeben. So könnt ihr euch gemütliche Abende mit leckeren Gärbar-Bieren organisieren. Oder ihr geht einfach in die Trinkhalle, dort gibt es viele Biere, die es auch in der Gärbar gibt.

Die erste Quelle liegt in Bochum. Der Dilo. Ein wirklich famoser Getränkehandel, der mehr für die Biervielfalt in Bochum tut, als ihm bewusst ist. Früher war dieser Laden wirklich abgefuckt, wenn auch cool abgefuckt. Nach der Renovierung hat der Laden seinen Charme nicht eingebüßt, ist aber nicht mehr so ranzig wie damals. Das Sortiment besteht zum Großteil aus bayrischen Bierspezialitäten. Tja, bayrische Biere sind nicht immer der Knaller. Meist gehörigen sie eher in die Kategorie langweiliges Lager.  Dennoch: Stöbern lohnt sich im Dilo fast immer. Zum Beispiel konnte man dort schon Schlenkerlas Rauch-Bock und den Maximator (was für ein toller Name) aus Münchens Augustiner Brauerei kaufen. Zunehmend sind auch gute internationale Biere dazugekommen, aber leider, das muss man sagen, sind die Preise zu hoch. Wir kaufen beim Dilo vor allem Atlantic Ale, Schneider Weiße TAP 4 und TAP 5.

Die nächste wichtige Quelle liegt beim Bundesliga-Abstiegskandidaten aus der verbotenen Stadt: Rudat in Dortmund. Rudat hat schon länger für einen Getränkemarkt eine richtige gute Auswahl internationaler Biere. Auch stark ist dort die Auswahl deutscher Craft-Biere. Die hiesige Szene entwickelt sich. Wir kaufen dort u. a.  Westmalle Dubbel, Westmalle Trippel, manchmal Orval (er hat es nicht immer vorrätig, weil Rudat das Bier aus Holland bezieht, aber wir haben Orval-Bier in Orval für euch gekauft) und Hoegaarden. Das Rodenbach Grand Cru gibt es dort auch.

Wer mal in Düsseldorf ist, sollte zu Schumacher (da kaufen wir 1838er und Latzen) und ins Uerige (vor allem am Sticke-Tag) gehen.

Auch wenn dieser Laden für die Gärbar als Quelle nur bedingt eine Rolle spielt, haben wir dort doch schon eingekauft (z. B. Hercule Stout und Val Dieu Brune): Stassen in Aubel. Ach, irgendwie ist dieser Laden doch sehr wichtig für die Gärbar, wenn auch nicht als Quelle. Dort hat ein wichtiges Kapitel der Gärbar angefangen, weil wir da auf unserer ersten Bier-Tour vorbeigekommen sind und zugeschlagen haben. Ein unvergesslicher Tag. Falls ihr mal vor Ort seit: Die besten Pommes gibt es bei Albert. Und wenn man in der Nähe ist, sollte man das Kloster Val Dieu besuchen und im Kloster-Garten das Blonde, Brune, Trippel und Grande Cru probieren. Ein wirklich magischer Ort.

Weitere Quellen? Die beste Quelle ist unser spezieller Bierfreund, der immer auf die ganzen Festivals fährt und ordentlich einkauft. Dann lassen wir uns immer wieder etwas von Bekannten und GenossInnen mitbringen. Es ist einfach famos wie gut das zusammenwirkt. Danke an dieser Stelle. Auch wollen wir uns vor dem geneigten Publikum verneigen: Dieses Jahr Gärbar hat wirklich Spaß gemacht. Wenn ihr nichts vorhabt, dann kommt doch Silvester ins SZ.

Einen guten Rutsch!

Eure Gärbar-Crew