Unser erstes Mal

Kann sich eigentlich noch wer an die allererste Gärbar erinnern? Wir sind mit einem kleinen Flyer in Erscheinung getreten, auf dem wir verkündet hatten, Teil der Fermenting Revolution zu sein. Es war alles aufregend. Passt die Menge der Gläser, wie kommen die Biere an, wie werden die Gäste das Licht- und Musikkonzept annehmen? Martina hatte die Karte gesetzt, aber Drucker hatte gestreikt, deshalb gab es ein wenig Hektik bei der Eröffnung. Tom aus der Trinkhalle hat uns noch geholfen, die letzten Biere reinzuschleppen, und dann ging es los.

Die Crew hatte richtig Bock, war aufgeregt und eigentlich gab es nur ein Thema. Ein Blog wurde eingerichtet und mit Text gefüllt, Fotos geschossen, Videos geteilt. Es war ein bisschen wie verliebt sein. In dieser Beziehungsphase gibt es ja auch eine gewisse Faszination, die eine Menge, sagen wir mal, Energie freisetzt.

Und heute? Heute ist vieles Routine und Routine motiviert nicht so richtig. Sie werden oft von außen auferlegt erlebt und die eher intrinsischen Typen unter uns neigen dann zum Rückzug. Craft Beer gibt es mittlerweile überall, sodass manche, wir erleben das so, von Bieren, die wir schätzen, enttäuscht sind. Das ist immer ein bisschen komisch, da sich hier das Konkurrenzprinzip unter den Geschmack mischt. Statt schneller, höher, weiter, eben bitterer, saurer, seltener.

Was dabei vielleicht allzu schnell in Vergessenheit gerät: Die Gärbar ist mittlerweile zu einem sozialen Ort geworden, der vielen richtig ans Herz gewachsen ist, auch uns selbst. Hier treffen sich einmal im Monat Leute wieder, die sich gerne sehen, aber sich in der Routine des Alltags nicht treffen würden. Quasi eine Gegenroutine. Es ist immer eine kleine Auszeit, ein großes Wiedersehen, ein kurzweiliger Abend, bei dem Kinder spielen, Biernerds mit Punkerinnen Bier trinken, Leute zusammen kommen, einander umarmen und miteinander klönen!

Prost!

Eure GärBar-Crew