Glück gehabt! Gott ist auch nur ein Spaghetti-Monster

Im Dezember letzten Jahres veranstalteten die organisierten AtheistInnen „Religionsfrei im Revier“ eine Veranstaltung im Bahnhof Langendreer. Es ging um die Frage, ob sich die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in den letzten Jahren von einer Religionsparodie zu einer waschechten Religion entwickelt habe. Als Referentin sprach Daniela Wakonigg, Theologin und Pressereferentin der Giordano-Bruno-Stiftung, die neulich ein Buch zum Thema veröffentlicht hat.

Die Referentin ging ein paar Dinge durch, die eine waschechte Religion aufweisen sollte, und siehe da: Alles, was andere Religionen zu bieten haben, bietet die Kirche des fliegenden Spaghetti-Monsters ihren Pastafaris ebenfalls: Es gibt Feiertage (z. B. Ramendan), Priester, die die Nudelmesse abhalten, einen Propheten, eine Offenbarung, eine seltsame Gottheit in Form eines Spaghetti-Monsters (als ob ein untoter Sohn, der sein eigener Vater ist, nicht seltsam genug wäre) und mittlerweile gibt sogar theologische Strömungen und damit auch theologische Scherereien. Das Publikum war mehr als amüsiert.

Auch so kann eine wahre Gottheit aussehen

Natürlich war das Vorgehen ein tautologischer Taschentrick. Wenn eine Parodie eine Vorlage überzogen nachbaut, sollten sich auch in der Parodie alle Elemente des kopierten Originals finden. Dennoch: So wurde jeder und jedem im Raume klar, dass der liebe Gott auch nur eine Konstruktion ist und wie das Spaghettimonster völlig ungefährlich. Dem Spaghettimonster gelingt es, einen komplexen Sachverhalt (nämlich die Konstruktion von Religion, an der sich schon so manche Soziologie versucht hat) auf ein durchschaubares Maß runterzubrechen. Ironischerweise kennen wir diese Funktion auch aus Religionen, wenn etwa Wetterphänomene oder Epidemien usw. religiös gedeutet werden. Deshalb kann man zu diesem Gott samt seinen Fleischklöpsen nur gratulieren.

Prost

Deine Gärbar-Crew