Wie hältst du es mit dem Religiösen?

In der Gärbar greifen wir gerne religiöse Anspielungen auf. So hatten wir schon ein Sankt Martin Spezial oder auch im Dezember ein Nikolaus Spezial. Nun also ein Advent Spezial. Zugegeben: Die Gefahr, dass wir als abgefuckte Punks des religiösen Umtriebes verdächtigt werden, ist ziemlich gering, auch wenn es min. einen Agnostiker in der Crew gibt (Will sich wohl alle Optionen offen halten. Aber das funktioniert nicht. Anmerkung der Setzer). Auch das SZ ist als Wirkungsstätte des organisierten Atheismus bekannt. Alles also unverdächtig und voller ironischem Augenzwinkern, der schönen Abteibiere zum Trotz.
Wenn es allzu unverdächtig zugeht, sollte die Aufmerksamkeit geschärft werden. Denn hinter der vordergründig aufgeklärten Zurückweisung der Religion, kann sich selbstredend das Religiöse verstecken. Das würde im schlimmsten Falle bedeuten, dass wir den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Wenn wir, was wir ablehnen, durch das Hintertürchen wieder einführen, wird damit die Chose weniger kontrollierbar. Nicht so gut.
Nehmen wir doch mal Gott. Gott war im Mittelalter eine echte Bank. Wer nicht krank werden wollte, zündete eine Kerze an, sprach ein gutes Gebet und war voller Hoffnung. Heutzutage mag es so sein, dass wir durch den Park rennen, darum voller Hoffnung sind und am Ende mit Flugzeug abstürzten (Luhmann). Gott wurde ersetzt: durch die Natur, aber auch durch die Gesellschaft. Gesellschaft wird als wirkende Kraft etwa von traditionellen MarxistInnen so stark gemacht, dass ihre Lehre vom Lauf der Geschichte der christlichen Prädestinationslehre ebenbürtig ist.
Gott ist tot oder aber zumindest überflüssig! Selbst diejenigen, die in den Gemeinden aktiv sind, führen dafür durchaus weltliche Motive an. Dennoch hat Gott durchaus seine Wiedergänger, die ihren Ausdruck in den diversen Überzeugungen finden, die als „absolute Wahrheit“ vorgetragen werden. Ob diese Vielgötterei in Form von Zombies gut ist oder schlecht, ist kaum zu sagen. Aber: Mit dem Monotheismus wurde die Unterscheidung zwischen wahr und falsch eingeführt und damit Gewalt gerechtfertigt. Polytheistische Gesellschaften sollen im Vergleich zu monotheistischen Gesellschaften ja die friedlicheren und toleranteren sein, weil sie die Vielfalt quasi in die gesellschaftliche DNA eingraviert haben. Das ist auch so ungefähr der religiöse Geist der Gärbar.

Prost
Deine Gärbar-Crew

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.