Fiege-Bahnhof darf nicht fallen

Als Soziales Zentrum und Gärbar sind wir mit der Privatbrauerei Moritz Fiege in mehrfacher Weise verbunden: Support your local Brewery, das ehemalige Haus Dahlhoff war eine Fiege-Kneipe, Fiege macht ein leckeres Pils, das Gründer Hell ist gut. Außerdem ist im Hintergrund immer noch Fiege die Vermieterin des Freiraum e.V., soviel wir wissen. Nicht zuletzt ist die Familie Fiege eine der größten Immobilienbesitzerin in Bochum, sagt mensch. An Fiege geht im Grunde in Bochum kein Weg vorbei. Im August hat Fiege aber eine Abrissgenehmigung für den Nordbahnhof beantragt, den sie seit 15 Jahren besitzt. „Die Nutzungsszenarien für den Erhalt haben sich als wirtschaftlich nicht vertretbar erwiesen“, so Fiege. Gut vorstellbar, dass nach 15 Jahren ein Büro- und Gastronomieneubau im neuen Gerichtsviertel gewinnbringender ist. Daraufhin erhob sich vielfältiger Protest in der Stadt – selbst unter den Fiege-Fans. Eine Online-Petition entstand, die Presse berichtete, Fiege war in der Kritik.

Das Westfälische Amt für Denkmalpflege hatte den Schutz des Gebäudes 1997 abgelehnt. Nun wird erneut der Denkmalschutz geprüft, bis dahin ruht die Abrissentscheidung. Die Fiege-Brüder Hugo und Jürgen haben einen Runden Tisch angekündigt, dessen Besetzung nicht bekannt ist – er soll sich nach dem Prüfungsbescheid zusammen setzen. Fiege hat dabei besondere Verantwortung: Der ehemalige Rheinische Bahnhof von 1874 ist nicht irgendein verlassenes Gebäude, er ist eines der wenigen über hundert Jahre alten Gebäude in der Stadt. Von hier deportierten die Nazis Juden in die Konzentrationslager, der Bahnhof wäre also durchaus als Denk- und Mahnmal angezeigt. Für Flüchtlinge wäre er nicht nur deswegen nicht geeignet: Bochum hat weniger als die Hälfte Flüchtlinge als 1993 und seitdem 40.000 Bürgerinnen weniger – da ist genug Platz für alle.

Fiege berief sich anlässlich seines neuen „Hellen“ und des Etiketts im Stil der 1960er Jahre auf Erinnerungskultur. „Retro verbindet Tradition und Zeitgeist“, sagt Hugo Fiege. Erinnerungskultur können wir auch, das versprechen wir.

Prost

Eure Gärbar-Crew

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