Craft Beer Revolution? Fuck off!

In den letzten Wochen gab es so einige Vorfälle, die unsere Haltung zum sog. Craft Beer ins Wanken gebracht haben. Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Grundsätzlich finden wir es super, wenn an jeder Ecke Brauereien entstehen, die gute Biere machen. Wenn aber, wie uns aus verlässlicher Quelle berichtet wurde, in Neukölln Kneipen mit so hübschen Namen wie „Zum stumpfen Eck“ oder „Zum Magendoktor“ schließen und stattdessen IPA-Bars entstehen und statt einer ordentlichen Molle für 2 Tacken irgendeines der 500 neuen IPAs
für € 7, 50 serviert wird, dann hört der Spaß auf. Dann ist die Craft Beer Revolution eine Revolution gegen die Arb_eiter*klasse und kann uns am Arsch lecken.

Die Subsumtion des Craft Beers unter die Knute des Kapitals bewirkt im Übrigen einen enormen Preisanstieg. Nehmen wir mal das sog. Jahrgangsbier von Fiege. Im Advent bringt die Fiege Brauerei einen Bock auf den Markt, der für € 16 im Handel ist. An die, die solche Preise bezahlen: Habt ihr noch alle Latten am Zaun? Klar sind handwerklich gebraute Biere, die in kleinen Mengen produziert werden, teurer als die Fernsehplörre aus dem Discounter. Dennoch beobachten wir, dass hier ein Trend gemolken werden soll, um ein ordentliches Surplus zu produzieren.

Und was ist eigentlich mit den guten Bieren, die es quasi schon immer gibt? Wieso braucht es noch ein Saison, wenn das Saison von Dupont ungeschlagen bleibt? Nichts gegen die neuen Stouts und (India) Pale Ales. Aber letztendlich bieten diese Biere die gleiche Pisse in einer anderen Flasche und die Hippster saufen das Zeug, ohne zu merken, dass sie wieder einmal dem Massenbetrug auf dem Leim gegangen sind und Varianten des ewig Selben trinken.

Auch finden wir, muss es nicht immer das neuste Bier aus Portland sein, das man unbedingt probiert haben muss. Es ist schon ein wenig absurd, welche Wege so manches neue Bier zurücklegt: Da wird Hopfen aus dem Hallertau, Hefe aus Weihenstephan und Malze aus England in die USA geschifft, um dann wieder in Europa auf den Markt zu kommen. Da bleiben wir doch lieber bei Orval, Schneiders TAP 5 oder 4 und unserem geliebten Latzen aus Düsseldorf.

Prost
Deine Gärbar-Crew

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