Das große Gärbar-Archiv

Brauerei Schumacher 1838er, 5 % Alc., 0,25 l Glas

Das Schumacher 1838 ist einzigartig auf dem Bier-Markt. Es erinnert deutlich an ein amerikanisches IPA, mit 5 Vol.% ist es jedoch viel zu schlank für diese Kategorie. Eindeutig ein ordentliches Düsseldorfer Ale mit einer sehr floralen, würzigen Hopfennote in der Nase, ein wenig an Nelken und Honig erinnernd. Das Röstmalz, das dem Bier eine ansehnliche kastanienrote Farbe verleiht, bleibt im Hintergrund. Im Abgang ähnliche Noten wie im Bouquet mit leicht malzigen Noten.

2 Caps La Belle Dalle, 8 % Alc., 0,25 l Glas

Die Biere von 2 Caps stammen aus der schönen Region zwischen dem Cap Blanc Nez und dem Cap Gris Nez an der Steilküste unterhalb Calais. Nur dort bekommt man sie auch und selten genug das La Belle Dalle, ein ungefiltertes „Vintage Blond Ale“. Brauer Christopher Noyon hat es eigentlich als Begleiter für Käse oder als Digestif mit einem Käsemacher der Region geschaffen. Deswegen hat es einen kräftigen, angenehm runden Malzgeschmack, eröffnet mit leichten, honigsüßen Hopfennoten vor einem weichen, orangenen Körper bis hin zum kräuterigen Finish. Fein und intensiv zugleich.

2 Caps Blanche de Wissant, 4, 5 % Alc., 0,25 l Glas

Ein Wit-Bier aus einer der schönsten Regionen Nordfrankreichs, dem Landstrich zwischen Caps Griz Nez und Caps Blanc Nez, daher der Name der Brauerei 2 Caps. Eine Krone wie die schäumenden Wellen des Atlantiks, eine Farbe wie leuchtender Sand, ein süß-fruchtig-frischer Geschmack nach Limone, die dort demnächst auch wachsen könnte. Ein ideales Urlaubs-Erinnerungs-Weizen.

2 Caps D-Day Blonde, 6, 5 % Alc., 0,25 l Glas

Das Bier der Befreier! Für alle Antifas ein Muss! Es ist ein solides französisches Blonde. Der Schaum steht wie eine Eins, fast so stabil wie Eischnee und ebenso feinporig. In der Nase leichte Noten von Getreide. Nach einer Weile kommen Honignoten dazu. Der fruchtige Mittelteil ist stark von Kohlensäure geprägt. Der Nachgang eher unaufdringlich. Insgesamt ein süffiger Trunk, wie geschaffen zur immerwährenden Feier der Befreiung.

2 Caps La Guénel, 8 % Alc., 0,25 l Glas

Das La Guénel ist das Bier der fröhlichen Weihnacht (gai Noël). Wir haben es von Christophe Noyon aus dem Herzen der Französischen Region Nord-Pas-de-Calais direkt gekauft. Aus der französischen Bergbauregion, wo es immer regnet. Nun ist die Zeit gekommen, es aus den Keller zu holen. In der Tradition der französisch (und damit auch belgischen) Weihnachtsbiere hat Christophe einen dunklen Trunk gebraut, der mit einem äußerst stabilen Schaum brilliert. Der recht hohe Alkoholgehalt ist gut eingebunden und macht die besinnlichen Stunden noch besinnlicher. Gut gefällt das Portfolio der Aromen: feine Hefe und dunkle Beeren in der Nase, ein mittelschwerer malziger Körper zeichnen dieses süffige Getränk aus. Der Abgang ist fruchtig (Kirschen, Banane?) bis würzig (Zimt, Kradamon?). Joyeux Noël et bonne année!

Hebendanz Export-Hell, 5 % Alc., 0,5 l Fl.

Das Export von Hebendanz in Forchheim ist eine Institution: Es ist eines der hopfigsten untergärigen hellen Lager in Franken, mithin ein echtes Dortmunder. Wenig Hopfen in der Nase, astreine Drinkability, trotzdem bitter, leichter Körper, süffig und etwas endsüß, wie ein echtes Fränkisches sein muss. Sehr gut.

Liefmans Goudenband, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

Ein Sour Red/Brown wie die Kenner*innen sagen, ein flämisches Rot- oder Braunbier, die Definitionen sind unterschiedlich wegen der Herstellungsweise (holz- oder stahlgelagert), der Geschmack aber ähnlich. Das hier ist jedenfalls ein typisches und leider eines der letzten, dafür aber auch eines der besten. Typisch ist die hohe Komplexität durch die feine Säure, die aus der offenen Fasslagerung stammt, die Biere haben wie die Lambiks etwas Weiniges. Mit einem feinen Kirscharoma, leichter Brombeere, süßer Kirsche im Geschack obwohl keine drin ist, Rosinen, Leder, Holz, mit leicht süßem Finish und ausgewogener Bittere. Immer ein Genuss.

Lindemans Gueuze Cuvée René, 5, 5 % Alc., 0,375 l Fl.

Es sollte keine Gärbar ohne schöne saure Biere vergehen. Dieses Exemplar aus dem Hause Lindemans kann sauer richtig gut: Eine traditionelle Gueuze abgefüllt in einer kleinen Champagner-Flasche. Das Etikett kunstvoll mit Ornamenten verziert schäumt es im Glas recht stark auf und bildet einen stabilen Schaum. Die Säure wird von komplex-fruchtigen Aromen begleitet: Traube, Apfel, Stachelbeere und Zitrone. Hinzu kommen die etwas bitteren Hefenoten. Eine gute Wahl in der Gärbar.

Lindemans Cassis Lambic, 3, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Das einzige Fruchtlambik mit Johannisbeeren braut Lindemans – und es ist ein echtes Fest. Zutaten sind fassgelagertes drei-, zwei- und einjähriges Lambik, das eine Zeitlang mit Johannisbeeren nachvergoren wurde. Ergebnis ist wie bei allen Lambiks ein hochkomplexes Gaumenerlebnis, diesmal eben mit den schönen feinen Cassisnoten, dazu das Holz aus dem Fass, die Säure von den Brettanomyces, die tiefe Frucht – einfach genial.

Propeller Nachtflug Imperial Stout, 9, 1 % Alc., 0,33 l Fl.

Schwarz wie ein Absturz in der Nacht, dicht, ölig, breit, mit einer Nase voller Waldbeeren und einem fruchtigen Etwas wie Saphirenem Hopfen, reichem, auch röstigem Körper, leichte Bitterschokolade, Trockenfrüchte, Kaffee und etwas Vanille. Trocken und vollkommen voll.

Brauerei Riegele Speziator, 7, 5 % Alc., 0,5 l Fl.

Alle Liebhaberinnen und Liebhaber süffiger Biere aus Franken aufgepasst: Das Speziator ist eines der feinsten dunklen Doppelböcke, die gebraut werden. Riegele ist ja das Brauhaus mit Tradition und Zukunft, wie es so schön craftbierisch heißt. Das Speziator stammt jedenfalls aus der Vergangenheit, ist aber brautechnisch aufgepeppt. Ein dunkler Doppelbock mit über 19 Plato Stammwürze, also heftig viel Malz und geraumer Hopfengabe. Das wird dann malzig, karamellig, trockenfruchtig sowohl im Aroma wie auf der Zunge, mit Kakao, Schokolade und einer schönen Nachtisch-Süße. Elegant und dennoch vollmundig. Das Mundgefühl unglaublich samtig. Sehr besinnlich.

Spezial Rauchbier Lager, 4, 9 % Alc., 0,5 l Fl.

Heute mal ein Rauchbier probieren? Beim Rauchbier wird das Malz unter Rauch gedarrt. Das führt dazu, dass die Raucharomen ins Bier übergehen. Wer noch nie ein Rauchbier getrunken hat, sollte sich vom ersten ungewohnten Eindruck nicht abschrecken lassen. Bald hat sich die Zunge daran gewöhnt, dass rauchig auch in einer flüssigen Form in die Kehle rinnen kann. Dann wird es richtig lecker. Das Spezial ist im Vergleich zum Schlenkerla zurückhaltend rauchig. Also die ideale Einstiegsdroge.

Brauprojekt 777 Triple 7 IPA, 7, 5 % Alc., 0, 25 l Glas

Alameda Yellow Wolf Imperial IPA, 8,2 % Alc., 0,33 l Dose, inkl. Pfand

Imperial Ales sind ja immer etwas bis sehr viel stärker als normale Ales, abgeschaut ist das Ganze von den Imperial Stouts. Was man also von einem IPA erwartet, die fruchtige Hopfennase, der bitter-süße Körper, der lange hopfenbittere Abgang, liegt hier nochmal potenziert vor, wie in dieser ausgezeichneten Vertreterin aus Oregon. Goldig, weißschaumig, Zitrusnoten mit festem, wohligbreitem Körper, süßem, nussartigem, langem Finish. Großartig.

Ale Mania (Fritz Ale) Imperial Red Ale, 9,2 %, 0,33 l Dose

In seiner neuen Brauerei in Bonn experimentiert Fritz Wülfing mit der Dose. In Zukunft heißt es bei ihm nicht mehr Flaschen- sondern Dosengärung. Sein dunkelrotes IRA kombiniert Simcoe, Summit, Mosaic und Columbus auf 67 IBU zu einem rundum gelungenen kräftigem aber süffigen Starkbier. Süß, fruchtig, Mango, Orange, staubtrocken für 9,2 %, wohlfallend malzgesättigt, unspürbar der Alkohol, Karamell klasse eingebunden, der Abgang noch Wochen später (retronasal) spürbar. Beinahe ähnlich seinem Extra Special Bitter, dem legendären Ruhmbereiter der Gärbar. Ein Extra-Special-Spitzenbier, eine Dosenhoffnung, aber sehr gefährlich, weil süchtigmachend.

Ardenne Spirit Old Ale, 9,5 % Alc., 0,33 l Fl.

Gebraut in der Brasserie de Bastogne in den Ardennen mit Pale Ale, Mélano, Cara und Ruby-Malzen ist das Ardenne Spirit Old Ale ein Barley Wine großer Güte, weil es auch noch mit mit dem immer ausverkauften Nelson Sauvin, Citra und Mosaic gehopft wird. In dunklem Orange zeigt es sich im Glas, in der Nase mit Früchten und Röstmalzen, am Gaumen mit Röst- und Nussnoten, Karamell, Trockenfrüchten, Kräutern, beim Abgang bitter-fruchtig. Interessant besonders das Hopfenprofil und damit ist das Ganze: Sehr fein bis superb – aber leider auch teuer.

Brasserie de Bastogne Ardenne Stout, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

Bastogne ist ein kleines Städtchen mitten in den Ardennen, berühmt-berüchtigt für die Ardennenoffensive der deutschen Wehrmacht im Winter 44/45, bei der 76890 amerikanische Soldaten getötet, verwundet oder vermisst wurden. Mit dem Stout ist der örtlichen Brauerei ein köstliches Imperial (Russian) Stout gelungen, das in Eichenfässern mit gerösteten Holzchips verfeinert wird und das auf Mosaic, Belgian Golding und Hallertauer Hopfen setzt und damit auf 60 IBU kommt. Die Farbe dunkelbraun bis luzentschwarz, das Aroma kompletter Röstkaffee, auf dem Gaumen bitterröstig-malzig plus leicht-lakritzig plus schokoladig-eichenbitter, süß und gleichzeitig ein bisschen sauer, vielleicht sogar rauchig, bietet es alles, was ein komplexer Stoutgenuss bieten kann. Erstaunlich überbordend alles vergessen machend.

Caldera Ashland Amber Ale, 5, 6 % Alc., 0,33 l Dose, inkl. Pfand

Amber Ales variieren die American Pale Ales hin zu einem etwas dunkleren, kräftigeren Malzcharakter und sind häufig weniger aggressiv gehopft. Das Bouquet ist überaschend dicht. Das AA der Caldera Brewing Company in Oregon hat genügend Cascade- und Galena-Hopfen für eine süß-fruchtig-orangene Nase, einen gebitterten mittelschlanken Körper mit leichtem Orangenschalen-Geschmack und eine retronasale Hopfigkeit am süßen Ende. Schön fruchtig.

Aspall Imperial Vintage Suffolk Cyder, 8, 2 % Alc., 0, 5 l Fl.

Die Flasche erinnert an die Spitzbögen gothischer Kathedralen. Jedes Jahr produziert Aspall einen special vintage. Wir bieten den 286. Jahrgang an, der eine schöne goldene Farbe aufweist. In der Nase eher Sekt- als Apfelnoten, frische Kohlensäure inklusive, wobei der Cider eher dezent karbonisiert ist. Der Schluck erst leicht süßlich, dann weinig, anschließend leicht alkoholisch. Insgesamt ein weiches und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist weniger süß, dafür von leichter Säure geprägt. Richtig starker Cider.

Aspall Suffolk Organic Cyder, 7 % Alc., 0, 5 l Fl.

Die Flasche erinnert an die Spitzbögen gothischer Kathedralen. Der Inhalt ist ein etwas stärker Cyder aus ökologischer Landwirtschaft. Feine goldene Farbe, schöner fruchtiger Eindruck, bei dem die Äpfel eindeutig zu erkennen sind. Nach hinten wird dieser Cyder trockener und wechselt von fruchtig zu leicht bitter. So muss ein Cyder schmecken.

Atlantic Ale, 5,1 % Alc., 0,5 l Fl.

Unter dem Label Störtebeker braut die Stralsunder Brauerei mehrere Biere. Ein richtig gutes ist dabei: das Atlantic Ale. In unseren Augen fast ein IPA. Die Trübung ist auf den Weizenanteil zurückzuführen und zeigt einen leichten Grünstich – eine Augenweide. Das Bouquet: ein Tango-Tanz der Rezeptoren, das sich auch nach dem ersten Schluck nicht verliert, wenn die Aromen die Mundhöhle ausfüllen. Im Körper ist das AA eher schlank und mit 5,1 Vol. % ganz und gar alltagstauglich.

Schneider Weiße Aventinus, 8,2 % Alc., 0,5 l Fl.

Am dunklen Doppelbock aus dem Hause Schneider Weisse kann gut erklärt werden, was sog. Ester können: Zum Beispiel krass nach Banane duften, obwohl im Bier keine Banane verbraut wurde. Die Amis, die das Bewertungsportal RateBeer.com dominieren, lieben diesen Bock. Er steht auf Platz zwei in der Kategorie Weizen-Bock. Offengestanden können wir dieses überschwengliche Urteil nicht recht nachvollziehen. Taucht aber selbst ein in die Welt der Aromen der dunklen Früchte und Gewürze.

Base Camp Ultra Gnar Gnar IPA, 6, 7 % Alc., 0,33 l Dose, inkl. Pfand

Dass Dosen wirklich schick gestaltet werden können, beweist das Desgin dieses IPAs. Aber ein wenig nerdig ist das schon: Symbolik und die markigen Sprüche spielen auf Bushcraftaktivitäten an. Dahinter steht modernes Pfadfindertum, also im wesentlichen Feuer machen ohne Feuerzeug, Budenbauen und so. Der Inhalt formt einen schönen, stabilen Schaum, die Farbe ist kupfer. Das Bouquet weißt neben dem Zitrus-Grapefruitton eine deutliche Würze auf, die in einem leicht alkoholischen Lakriztstich mündet. Der erste Schluck überrascht durch eine massive Bitterkeit, die nicht ausbalanciert wirkt. Dieses Bier ist definitiv nichts für sensible Hyperschmecker. Auch der Nachgang erinnert an die Bitterkeit des milchgen Safts des Löwenzahns. Insgesamt ein richtig bitteres IPA.

St. Bernardus Abt 12, 10 % Alc., 0,33 l Fl.

Die Geschichte der Brauerei St. Bernardus hängt eng mit der Geschichte der Sankt Sixtus Abtei in Westvleteren zusammen. Richtig gelesen: Das ist die Trappistenbrauerei, bei der man vorher einen Termin machen muss, um Bier kaufen zu dürfen; höchstens zwei Kisten pro Kopf erhält und ein Gelübde ablegen muss, dieses Bier nicht weiter zu verkaufen. Die Brauerei von St. Bernardus hat eben jenes Bier über eine Lizenz bis in die 90er Jahre für die Trappisten gebraut. Deshalb halten sich hartnäckig Gerüchte, nach denen in den Flaschen von Bernardus rezeptgleiche Biere wie aus Westvleteren liegen. Es gibt wohl Unterschiede, aber die gibt es ja bei handwerklich gebrauten Bieren teilweise von Sud zu Sud. In jedem Falle kann das St. Bernardus Abt. 12 es mit jedem Trappisten-Bier locker aufnehmen. Dieses recht stark karbonisierte Bier erinnert in der Farbe an dunkle Schokolade. Der Schaum ist heller als eine Crema. In der Nase lassen sich Aromen von Karamell, Malz, Birne und Banane entdecken. Die Geschmacksbombe platzt im Mund: leichte Bitternoten werden lanciert von feiner Würze und einem genialen Mundgefühl. Im Abgang machen sich zudem Alkoholnoten bemerkbar, die diesem Bier eine wohlige Wärme verleihen. Ein richtig gutes Winterbier.

St. Austell Big Job, 7, 2 % Alc., 0, 5 Fl.

Das Big Job ist die große Schwester des Proper Jobs, das wir als die Entdeckung auf der britischen Insel gefeiert haben. Ironischerweise musste es einen unserer Scouts in den Trink Gut in Langendreer verschlagen, um dieses feine Getränk aufzuspüren. So ironisch läuft es manchmal. Als Imperial IPA bringt es mit nahe sieben deutliche Volumenprozente auf die Waage. Die verbrauten Hopfensorten Nugget, Centennial, Citra, Cascade versprechen viele hopfige Zitrus Aromen. Der Körper ist nicht zu schlank, nicht zu fett. Ein geiles Bier von unserer Lieblingsinsel.

NovaBirra Big Mama Stout, 8 % Alc., 0, 33 l Fl.

Mit Big Mama ist ein wirklich gutes Stout gelungen, das bis zum letzten Schluck und darüber hinaus den Gaumen schmeichelt. Es schäumt gut und stabil auf. Der bräunliche Schaum ist äußerst stabil. Dunkle Früchte eröffnen das Bouquet, hinzu treten leicht alkoholische Noten, Hefe und wenige Röstanteile. Dieses Bier ist geschmacklich wie ein Drama aufgebaut: Die Exposition ist unerwartet süß, die Peripetie geprägt vom satten Körper und statt einer Katastrophe gibt es eine bittere Erlösung, die noch lange nachhallt. Ein einzigstartiges [sic!] Stout.

Nova Birra Big Nose Triple, 9 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Big Nose ist ein Triple aus Pilsner, Pale Ale und Münchener Malz, gehopft mit Nugget und Willamette, trockengestopft mit dem elsässischen Triskel, der selten verwendet wird. Wie es sich für ein Tripel gehört, bringt es ordentlich Prozente auf die Waage, die bei neun ausschlägt. Gleichzeitig hat es 45 Bittereinheiten und könnte eines der kräftigsten und aromatischsten Tripel Belgiens sein, schließlich stammt es vom italienischen Brauer Emanuele Corazzini, der es bei De Ranke im Kessel siedet. Schön orangegolden, einem Aroma von Mango, Kräutern und Erdbeeren, mit wachsweichem Körper verklingt es am Gaumen mit süßer Mango, Pfeffer, Hopfen und Hefe. Bittersüß lecker.

Hop’s Brewing Black Magic, 8,5 % Alc., 0,33 l Fl.

Black Magic nennt Hop’s Brewing, die bei Vormann in Hagen brauen, ihr Imperial Stout, das es auf bis zu 90 Bittergrade und 8,5 Prozent bringt, aber auch in schwächerer Form vorkommt. Das pechschwarze mit viel Röstmalz gebraute Stout ist deswegen trotzdem nicht so aufdringlich in der Nase, kommt aber mit schönen Trockenfrüchtenoten und Schokolade, die es auch im weichen, aber sehr trockenen Körper hält, den es dennoch etwas süß, fruchtig und wieder röstmalzig ausklingen lässt. Sehr gelungenes, kräftiges Stout.

Black Sheep Ale, 4, 4 % Alc., 0,3 l Fl.

Ein Bitter ist wie fast alle englischen Biere ein Vertreter der Pale Ales. Das Bitter erreicht wie der Name schon sagt ein komplexeres Bitteraroma durch stärkeren Hopfeneinsatz. Oft gilt das Bitter wegen des geringeren Alkohol in England als alte Leute Bier. Das Black Sheep erhielt bei einem Gärbar-Treffen die besten Noten. Komplexes Bouquet (Vanille, Würze des Hopfens, Caranoten) und ein fein trockender Körper begeistern. Wir sind auf den direkten Vergleich mit den Düsseldorfer Bieren gespannt.

Blanche de Namur, 4, 5 % Alc., 0,25 l Glas

Das Blanche de Namur ist ein echtes Blanche (Wit) und hochdekoriert. Lustigerweise ist Blanche de Namur ein Homonym: Dieses Bier ist nämlich nach der Königen von Schweden und Norwegen Blanche de Namur benannt, die im Jahre 1335 den Thron bestieg. Gut gefällt auch der Paternalismus auf der Flaschenrückseite: Geduldig wird erklärt, wie man ein Blanche am besten einschenkt. Geschmacklich haben wir es mit einem sehr schönen und süffigen Bier zu tun, das gut in laue Sommerabende passt. Im Glas glänzt ein leuchtendes Gelb, das leicht eingetrübt ist. Obwohl es ohne Koriander und Orangenschalen gebraut wird, kommt es sehr fruchtig rüber. Feine Bananenaromen mit blumigen Hefetönen verleihen diesen Bier diesen typischen Wit-Geschmack.

De Molen Bommen & Granaten, 15,2 % Alc., 0, 33 l Fl.

Ein Bier kaufen, drei trinken: Dieses Bier ist höchstwahrscheinlich das höchstprozentige Bier, das je über die Theke im SZ gegeben wurde. Beim Bommen & Granaten aus der niederländischen Brauerei de Molen handelt es sich um ein sog. Barley Wine. Gibt es nur in der Gärbar. Der weinähnliche Alkoholgehalt erklärt den Namen. Im Glas bildet sich ein schöner, stabiler Schaum. Ausgesprochen frisch-fruchtige Noten strömen in die Nase: Der Alkohol versteckt sich hinter klaren Orangennoten und Obertönen von Melone. Der Mittelteil ist angenehm süßlich. Aber lass dich nicht täuschen: Eines genügt!

Framboise Boon, 5 % Alc., 0,375 l Fl.

Die Himbeer-Geuze von Boon ist besonders intensiv: 300 g Himbeeren pro Liter und ca. 5 % Wildkirschen machen das Framboise aus spontan vergorenem Lambik zur spritzig-erfrischenden Verbindung zwischen Wein und Bier, Säure und Bittere, Frucht und Süße. Schmeckt immer.

Boon Oude Geuze, 7 % Alc., 0,375Fl.

Frank Boon braut im belgischen Lembeek, dem Ort, der diesem weinartigen uralten Bierstil seinen Namen gab. Seine Oude Geuze ist eine Mischung von ein, zwei und drei Jahre in Holzfässern gelagertem Lambik, nachvergoren in der Flasche. Zitrus für die Nase, ein mild-saurer Körper, knochen-trocken mit komplexen Aromen zwischen Holz, Gold und Brettanom yces. Mehrfacher World Beer-Champion: 2008 Gold, 2010 Silber, 2012 Gold.

Brand IPA, 6,5 % Alc., 0,3 l Fl.

Die Limburger Brauerei Brand wurde 1989 von Heineken übernommen und hat mehrere Biersorten im Angebot. Das IPA bekommt man in den Niederlanden in jedem Supermarkt. Das heißt aber noch nichts Schlechtes. Bereits das Design der Banderole überzeugt mit gelungener Typographie auf kleinstem Raum. Wer es nicht ganz so bitter mag, aber auf eine feine Citrus-Pampelmuse-Nase nicht verzichten möchte, ist beim Brand-IPA genau richtig. Der Körper ist eher süß als trocken und bringt einen vollmundigen Eindruck ins Glas. Abgerundet wird dieses Bier durch seine visuellen Reize: Ein stabiler Schaum thront auf einem leicht orangenfarbenden Bier. Ein schönes Jeden-Tag-IPA.

Breugem Saense Stout, 8 % Alc., 0, 33 l Fl.

Das Stout der niederländischen Brauerei Breugem wird mit Pale-Ale- und Röstmalz, Haferflocken, Northern-Brewer- und Fuggles-Hopfen gebraut und mit der Nottingham-Hefe vergoren. Es entsteht ein eher englisches, warm-weich-rundliches Stout, mit unaufdringlichen Kaffee- und Schokolade-Aromen, einer Spur von Rauch und Vanille, vollendet mit würziger Hopfennote und schokoladigem Abgang.

Brewbaker Berliner Weisse, 2, 5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Beinahe wäre die „echte Berliner Weisse“ ausgestorben. Und daran sind nicht die Spree-Dampfer Touristen schuld, die die „Weiße“ gerne mit einem Schuss Waldmeister- oder Himbeersirup verunreinigen, um die Mischung dann mittels Strohhalm anzusaugen. Nein, Anfang 2000 übernahm Kindl (Radeberger) Schultheiß (Brau und Brunnen) und stellte aus wirtschaftlichen Gründen das Rezept um. Der „Weißen“ fehlten fortan die Brettanomyces (kurz Brett), sowie die gemeinsame Vergärung von Bierhefen mit Milchsäurevergärung und so wurde die Weisse 2014 zum bedrohten kulinarischen Welterbe. Dank einiger Craft-Brauer bleibt uns Bierstil zum Glück erhalten. Brewbaker nutzt seine hauseigene Mischung aus einer amerikanischen Alehefe, Laktobazillus und Brettanomyces. Das Ergebnis ist ein herrlich säuerliches Bier, eine „echte Berliner Weiße“, probiert es aus. (Wir haben keinen Sirup und keine Strohhalme!)

BrewDog 5 A.M. Saint, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Wie kriegt mensch eigentlich eine Subkultur tot? Indem sie zum Allgemeingut wird. Das ist tendenziell nichts Schlechtes, geht aber meistens mit kommerziellen Erfolg einher, was für sich genommen ok ist, aber eben der sichere Tod der Subkultur darstellt. So gesehen sind die BrewDogs die Totengräber der Punkkultur. Das 5 A.M. wird hochgelobt. Mit 35 IBU deutlich stärker gehopft als klassische Ales. Eher schlank im Körper. Gutes Bier.

Grain d’Orge Brice, 7, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Die Brauerei Grain d’Orge liegt etwas nördlich von Aubel. Benoît Johnen braut dort seit Ende der neunziger Jahre Bier; auch kleinere Aufträge für die umliegenden Kneipen. So kommt die Region auf eine enorme Biervielfalt. Das Brice ist das Blonde Stammbier des Braupubs Grain d‘Orge. Vor Ort nennen sie le Vert – das Grüne. Und tatsächlich schimmert dieses Bier grünlich, wenn man es gegen das Licht hält. In der Nase süßlich-fruchtige Noten, aber auch Kräuter wie Kardamom. In jedem Falle eine belgische Hefe, die diesem Bier einen eigenen Charakter gibt. Insgesamt ein recht süffiges Bier mit einem leicht bitteren Abgang.

Camba Bavaria Black Shark Imperial Black IPA, 8,5 % Alc., 0,33 l Fl.

Ebenfalls im Landkreis Traunstein ist wie die Schönramer auch die Brauerei Camba Bavaria zuhause, in Truchtlaching. Im Gegensatz zu Schönram ist Camba extrem jung: Sie gibt es erst seit 2008. Dafür ist die aus einem Brautechnikum des Brauanlagenherstellers Braukon entstandene Brauerei extrem experimentierfreudig und lässt alle 50 Biersorten noch in Cognac-Fässern altern. Das behördliche Verbot des Milk-Stout brachte Camba in die Schlagzeilen. Ihr Black Shark Imperial Black IPA kommt mit 20 Prozent Stammwürze, 120 Bittereinheiten und Columbus, Chinook, Simcoe, Centennial und Crystal-Hofpen, riecht nach Stachelbeere und Pfirsich, ist von cremiger Konsistenz und schmeckt nach Röstkaffee, Bitterschokolade und etwas gewürzkuchenartig. Die heftige Bittere wird korrigiert von einer lakritzigen Süße – etwas für Extremisten.

Camba Bavaria Ei Pi Ai, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

Camba (lat. für Braukessel) Bavaria nennt sich diese Craft Beer Brauerei aus Bayern. Ihr Portfolio ist erstaunlich breit aufgestellt. Mehr als eine IPA-Variante ist dabei. Das vorliegende Ei Pi Ai ist hochdekoriert. Verbraut sind fünf Hopfensorten: Amarillo, Centennial, Cascade, Chinook und Citra. Allesamt Hopfensorten, die richtig eingesetzt höchsten Genuss versprechen. Das Bouquet weist die typischen Zitrusaromen auf, die uns so gut gefallen. Der Augenschein erinnert an dunklen Honig, der Schaum klebt am Glas und schafft kleine, verspielte Strukturen. Auf der Zunge ist es erkennbar Bitter, wie es sich für ein IPA gehört. Der Körper ist fein ausgebaut und die Kohlensäure gut eingebunden. Im Abgang leicht trocken. Ein Genuss für alle, die IPA mögen.

Chimay Bleu, Abbaye de Chimay, 9 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Chimay verhält sich ein wenig so wie Die Ärzte zum Punk: Für viele ein Türöffner, aber kommerziell zu erfolgreich, um Distinktionsgewinn aus Attributen wie Insider oder Underground ziehen zu können, und deshalb irgendwie uncool. Wir sehen das anders. Das Chimay bleu ist ein Brune, wie es im Buche steht. Mit 9 Vol.% überaus stark geraten ist es wie gemacht für kalte Abende. Besonders hübsch geraten die kleinen Schauminseln, die sich an der Oberfläche des kastanienfarbenden Biers bilden. Das Bouquet weist diesen für Abtei-Biere typischen Hefe-Ton auf, der schön kombiniert ist mit einen Hauch von Rosinen oder getrockneten Pflaumen. Der Körper ist malzig. Im Mittelteil deutliche Alkoholnoten, die diesem Bier gut stehen. Im Abgang eine leichte Restsüße gepaart mit wenig Bitternoten. Chimay rockt.

Chouffe Houblon Dobbelen IPA Tripel, 9 % Alc., 0, 33 l Fl.

Was kommt bei einer Hochzeit zwischen einem belgischen Trippel und einem India Pale Ale heraus? Eines der besten Biere, die man trinken kann. Der Schöne stabile Schaum tront auf einem hellen Bier, das je nach Lichteinfall an das Gelb von Zitronen erinnert. Das Bouquet ist ausgesprochen floral bis kräuterig. Der Körper ist prächtig ausgebaut und mit ordentlich Hopfen ausbalanciert. Im Mund eröffnet sich eine Aromenwiese aus Zitrus und orientalischen Gewürzen wie Koriander. Der Abgang ist recht bitter. So mögen wir es.

Chouffe Houblon Dobbelen IPA Tripel, 9 % Alc., 0, 33 l Fl.

Was kommt bei einer Hochzeit zwischen einem belgischen Trippel und einem India Pale Ale heraus? Eines der besten Biere, die man trinken kann. Der Schöne stabile Schaum tront auf einem hellen Bier, das je nach Lichteinfall an das Gelb von Zitronen erinnert. Das Bouquet ist ausgesprochen floral bis kräuterig. Der Körper ist prächtig ausgebaut und mit ordentlich Hopfen ausbalanciert. Im Mund eröffnet sich eine Aromenwiese aus Zitrus und orientalischen Gewürzen wie Koriander. Der Abgang ist recht bitter. So mögen wir es.

Christoffel Weissen IPA, 6, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Wenn es mehr von solchen Bieren gäbe, wäre die Welt ein wenig besser: Der Weizen sorgt für einen feinen, stabilen Schaum. Die neuen Hopfen-Sorten gestalten eine frische Nase bei bekömmlichen Bittereinheiten. Grapefruit, Mandarine und nochmal Grapefruit und kräuternoten bestimmen das Bouqet. Der Körper ist mittelschlank und die Kohlensäure gut eingebunden. Prächtig.

Clausthaler Extra Herb, > 0, 5 % Alc., 0,5 l Fl

Clausthaler ist für alkoholfreies Bier das, was UHU für Klebstoff und Tempo für Taschentücher ist: ein Deonym. Deshalb mag es manche verwundern, wieso es ausgerechnet bei der Gärbar auf der Karte steht. Die Antwort lautet: Weil es ein richtig gutes Bier ist und gerade wenn die gesellschaftliche Urteilskraft zum Nein neigt, wir zum Ja neigen. Also, das Clausthaler ist eine echte Hopfenbombe. Bitter, fruchig, Zitronenschale, eventuell Spalt-Hopfen, alles in allem eine tolle Komposition. Auch der Körper, der erst mal ohne Alkohol so gebraut werden will. Ein schönes Bier für jede Gelegenheit.

Fantôme Coffee Ruby, 8 % Alc., 0, 25 Glas

Corsendonk Pater, 7, 5 % Alc., 0,5 l Fl.

Die belgische Brauerei Corsendonk hat ihren Namen von einem benachbarten alten Augustinerkloster bei Oud-Turnhout, braut aber nicht mehr selbst, sondern in der Brasserie Du Bocq. Das Pater Noster, ein dunkelrotbraunes von Jef Keersmaekers kreiertes Abtei-Dubbel, wird seit 1982 bei Du Bocq gebraut – aus Caramalz, Pilsener und Münchener Malz, mit Saazer, Kent und Hallertauer Hopfen. Mit einer Nachgärung in der Flasche schaffen es unter beigem Schaum dunkle Früchte, Kräuter und Karamell in die Nase, um auf der Zunge leicht süß als eben solche mit Rotwein, Schokolade und belgisch-hefiger Note im weichen, öligen Körper schwach rezent wieder aufzutauchen und darüber trocken und leicht bitter abzugehen. Eines der geschmackvollsten Abtei-Dubbel überhaupt.

section*Chouffe Houblon Dobbelen IPA Tripel, 9 % Alc., 0, 33 l Fl.

Crew Republic Drunken Sailor IPA, 6,4 % Alc., 0,33 l Fl.

Von der Münchener Crew Republic hatten wir schon das 7:45 Escalation IPA mit 8,3 % Alc., hier schwören wir auf das Drunken Sailor IPA mit 6,4 %, das sie mit Pilsener, Münchener und Kristallmalz und Herkules, Citra, Cascade und Simco-Hopfen brauen. Im Aroma leicht fruchtig-hopfig, geschmacklich leicht süß (Mango, Rosine) mit moderater Bittere, ölig texturiert und feinperlig karbonisiert, mit fein balancierter Endbitternis – sehr fein.

Crew Republic 7:45 Escalation, 8,3 %, 0,33 l Fl.

Um den schweren, traditionellen Trappisten etwas entgegenzusetzen, bieten wir Euch schwere, moderne Double India Pale Ales. Die 2011 gegründete Crew Republic in München macht so genannte Kraftbiere, das 7:45 ist das Bier für diejenigen, die um kurz vor acht Uhr morgens noch stehen können und die Party eskalieren lassen wollen – denn auch moderne Biere brauchen eine Geschichte. Und es gelingt: Golden im Glas, fruchtig in der Nase, Frucht auch im Antrunk, cremig-weicher Körper mit schöner tropischer Hopfenbittere aus Columbus, Amarillo, Chinook. Fruchtig-erfrischendes DIPA.

Crew Republic Roundhouse Kick, 9, 2 %, 0,33 l Fl.

So ein krasses Imperial Stout ist ein prima Absackerbier. Es schmeichelt dem Gaumen, ohne ihn zu überfordern und es bringt genügend auf die Waage, um nicht nach den ganzen anderen schönen Bieren fade zu schmecken. Wie es sich für ein Bier dieser Kategorie gehört, spielt es vor allem mit den Röststoffen, die das Malz so her gibt: Kakao, Schokolade, Kaffee und dazu ein fast cremiges Mundgefühl. Fein bittere Abgang rundet dieses empfehlenswerte Stout gelungen ab. Klasse.

Au Baron Cuvée des Jonquilles, 7 % Alc., 0,25 l Glas

Ein Biere de Garde von der Brasserie Au Baron in Bailleux, als solches hochgelobt. Wir haben es nur in großen Flaschen bekommen, deswegen schenken wir es im Glas aus. Biere de Garde ist neben Saison der zweite große Landbierstil Belgiens, nicht filtriert, bestechend heugelb, mit zwei flämischen Hopfensorten, einem vollen und süffigen Antrunk und einer subtilen, kräuterig-floralen Hopfen- und Hefenote. Ganz speziell.

Dark Star Sunburst, 4,8 % Alc., 0,5 l Fl.

Ein feines Golden Ale von der sehr aktiven (> 120 Biere) Brauerei Dark Star im englischen Horsham, West-Sussex. Benannt nach einem Song von Grateful Dead ist aus der im Keller gegründeten Hippie-Brauerei in 20 Jahren ein 65 Hektoliter großes Sudhaus auf der grünen Wiese geworden – weil das Bier so gut ankommt. Gebraut wird das Sunburst mit Maris Otter Malz und Cascade, Styrian und Challenger Hopfen. Es ist gefiltert, seine feine goldene Farbe wird mit einer weißen Krone gekrönt, das Aroma kommt mit frühlingswarmen Blumen, frischem Heu und Karamell, im weichen Körper trägt es Mandarine und Grapefruit und endet kurz und knackig bitter. Ein weiches, gut trinkbares, klassisch-schönes englisches Ale.

Brouwerij Huyghe Delirium Tremens, 8, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Delirium Tremens gilt vielen als das beste Bier der Welt. Diese Auffassung teilen wir nicht, aber es ist ein richtig gutes und schönes Bier im Stile der belgischen Starkbiere, wie sie zum Beispiel in den Abteien gebraut wurden, um das zölibatäre Leben noch zu versüßen. Strohblond, schöner stabiler Schaum, feines würziges Bouquet, Honig, Nelke und Hefe, eher stark karbonisiert und im Abgang rund. Das Bier ist toll, nur die Flasche nervt.

Ranke XX, 6,2 % Alc., 0, 33 l Fl.

Als die De Ranke Brauer aus dem belgischen Wevelgem zu brauen begannen, war Craft Beer noch kein Begriff in Europa. Ihr XX Bitter dagegen wurde weltbekannt, als eines der extravagantesten, bittersten und aromatischsten Biere überhaupt – eine Vorlage für viele Brauer, und noch ohne fruchtigen Übersee-Hopfen in Form gebracht, mit Brewers Gold und Hallertauer. Der Geschmack: Ein typisch belgisches Ale, mit Hopfen über die Nase, über den weichen Körper bis noch Stunden nach dem Genuss, Gras, Brot, Kräuter, feine Frucht, trockende Wüste, würzige Hefe – es ist einfach alles drin, wenn Du es trinkst.

Duchesse de Bourgogne, 6, 2 % Alc., 0, 25 l Fl.

Das Duchesse ist ein Bier für die Kennerin und für alle, die sonst kein Bier mögen. Es hat über ein Jahr gedauert, bis wir dieses exzellente Oud Bruin aus dem Norden Belgiens in unser Portfolio aufnehmen konnten. Es reift zunächst 18 Monate in Eichenfässern, in dem die fleißigen Milchsäurebakterien ihren ehrenvollen Dienst tun. Anschließend wird es mit acht Monate gereiftem Bier verschnitten. Heraus kommt ein überaus bekömmliches und spritzig-fein karbonisiertes Getränk, das nicht an den üblichen Biermaßstäben gemessen werden kann. Das Duchesse hat einen runden süß-säuerlichen Körper. Statt mit Bitternoten des Hopfens zu protzen, wie es die IPAs tun, besticht dieses elegante Getränk durch prägnante Fruchtnoten von dunklen Kirschen mit leichten Balsamico-Anklängen. Der Abgang ist total komplex.

Aecht Schlenkerla Eiche Doppelbock, 8 % Alc., 0,5 l Fl.

Rauchbiere polarisieren traditionell die Trinkgemeinde. Die einen lieben sie, die anderen sagen meist, dass Schinken nicht ins Bier gehöre oder ähnliches dummes Zeug. Die Bamberger Brauerei Schlenkerla nutzt eigentlich Buchenholz, um das Malz zu räuchern. In diesem Falle wird Eiche verwendet. Das Ergebnis bringt ein unglaublich sattes Rauchbouquet auf die Waage, dass jedem Räucherofen Konkurrenz macht. Dieses dunkle Bier besticht durch ein weiches Mundgefühl. Der Doppelbock und der Rauch sind schön ausbalanciert. Zu Recht ein gefeiertes Bier.

Emelisse TIPA, 10 % Alc., 0,33 l Fl.

Jopen Extra Stout, 5,5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Das Extra Stout von der Brauerei Jopen ist ein neuentdeckter Klassiker der niederländischen Braukunst. Noch um 1900 brauten die meisten Brauereien aus der Region um Haarlem Extra Stouts, Jopen hat diesen Biertyp zu neuem Leben erweckt. Das fast schwarze Bier verströmt das Aroma von bitterer Schokolade, Espresso und der subtilen Süße von Desserts. Im Mund zeigt sich ebenfalls eine angenehme Bitterkeit mit ein wenig Malzsüße. Ein wirklich schönes Stout das nicht umsonst 2011 eine Silbermedaille [bei der Olympiade? Anmerk. der Setzer] erhielt.

Fantôme Coffee Ruby, 8 % Alc., l Fl.

Fantôme Dark White, 4, 7 % Alc., 0,25 l Glas

Das Saison-Wit aus einer der sympathischsten Brauereien der Wallonie, der Brasserie Fantôme. Der einmalige Geschmack entsteht durch fünf geheimgehaltene Gewürze und die spezielle Hefe. Dany Prignon braut übers Jahr jedes Bier anders – die Amis kaufen ihm alles ab. Das Dark White ist hellgolden mit einer orangen-grapefruit-fruchtigen Nase, einem herb-hopfigen Körper und einem würzig-trockenen Abgang eines der erfrischendsten Biere überhaupt.

Brasserie Fantôme Mild Ale, 7, 5 % Alc., 0,25 l Glas

Ein Kooperationssud unseres Lieblings-Farmhouse-Brauers Dany Prignon mit der Mikrobrauerei LandLocked im englischen Derbyshire, die sich mit traditionellen Mild Ales auskennt. Wobei wir annehmen, dass „Gun Powder“ für Pfeffer steht. Das Fantôme rückt keinen Rezepthinweis raus – aber wir wissen, dass es gern exotische Pfeffer einsetzt. Das Mild Ale ist eine seltene Kombination eines Saisons und einem Altbier, also aus den würzig-hefig-frischen Tönen des Saisons mit den Röstaromen des Alt, dabei ist es weit weniger heftig-bitter, wie die üblichen Fantôme-Saisons – eben mild. Mit Früchten und Hefen startet es, bleibt weich-karamellig, fruchtig-bitter im Geschmack und endet trocken mit Kräutern und Hopfen. Gelungener, milder Einstieg in die Welt der gespenstigen Fantôme.

Fantôme Pissenlit, 8 % Alc., 0, 25 l Glas

Pissenlit bedeutet wörtlich aus dem Französischen übersetzt Piss ins Bett, bezeichnet aber die Pusteblume. Geht diese Bezeichnung für dieses Saison auf seinen satten Gelb-Ton zurück oder gar auf eine besondere harntreibende Wirkung? Beides weit gefehlt. Tatsächlich ist dieses Bier mit Blüten des gemeinen Löwenzahns gebraut. Das Ergebnis, was hätten wir von Braumeister Dany anderes erwartet, ist ein Feuerwerk der Komplexität. Das Bouquet eher würzig mit leichten Noten bester Hefe. Der vermutlich nicht geringe Hopfenanteil ist gut eingebettet. Das Bier ist nicht zu trocken, nicht zu süß. Und die Löwenzahnblüten? Sie scheinen so gut zum Hopfen zu passen, dass sie nicht weiter auffallen. Aber wir wissen, dass sie drin sind.

Fantôme Saison, 8 % Alc., 0, 25 l Glas

Lindemans Faro, 4, 5 % Alc., 0, 375 l Fl.

Eigentlich darf das Faro gar nicht auf der Karte stehen: Es enthält den Süßstoff Acesulfam und der ist, wie alles, was man im Lebensmittelbereich nicht aussprechen kann, nicht so geil. Ursprünglich wurde zur Nachgärung Kandiszucker eingesetzt. Dennoch haben wir wenige Flaschen von unserer Bier-Tour in Belgien mitgebracht, weil das Faro aus dem Hause Lindemann das Lambic der Arbeiterklasse ist. Die Kombination aus Süß und Sauer ist für heiße Tage und laue Nächte keine schlechte Kombination, wobei beim Faro die Säure des Lambics dominiert. Im Glas bildet sich schöner Schaum und in der Mundhöhle ein prickelndes Erlebnis. Die Aromenwiese des Faro ist durchaus komplex: fruchtige Noten saurer Äpfel, feine Essignoten und schöne Vanille-Kleckse kombinieren mit dem Zucker ein feines Bier, das gut auf sonnige Terrassen passt.

Finne Bio IPA, 6, 6 % Alc., 0, 33 l Fl.

Wenn in Münster eine Finne Bier bestellt wird, ist damit ein Glas Bier gemeint. Wir freuen uns jedenfalls über dieses neue Bier der kleinen Brauerei aus Münster, wobei das IPA der Brauerei in Zeil am Main produziert und abgefüllt wird. Dieses Zeug ist richtig bitter (72 IBU), hat ein ausgesprochen gefälliges Bouquet, das direkt nach dem Einschenken ins Glas oberkrass aipiäymäßig daherkommt und dann in der Intensität abnimmt. Der Schaum ist feinporig, aber nicht besonders stabil. Das macht aber gar nichts, weil Schaum im Allgemeinen überschätzt wird, das wissen die Engländer*innen nur zu gut. Unser neues Lieblingsbiodings!

St Feuillien Triple, 8, 5 % Alc., 0,33 Fl.

Bei einem Triple ist immer Vorsicht geboten: Beim Brauen belgischer Abteibiere wird das Malz drei Mal mit Wasser ausgespült. Das Tripel bekommt nur einen Nachguss, weshalb es stärker ist als ein Double. Dieses Triple aus dem wallonischen Dorf Roeulx ist dem heiligen Foillan (auf dem Gebiet des Dorfes erschlagen, Schutzpatron der Zahnärzte) gewidmet, wird aber nicht in einem Kloster, sondern von der Familie Friart gebraut. Der Schaum ist exorbitant stabil, fast zum Zerschneiden. Feine Fruchtnoten (Aprikose? Pflaume?) machen das Bouquet zu einem Erlebnis der Vorfreude auf den ersten Schluck. Das Mundgefühl ist unglaublich samtig. Der Körper besticht mit einer angedeuteten Restsüße, die wunderbar zu den feinen Hopfen- und Hefearomen passen. Ein tolles Bier für besinnliche Stunden.

Moritz Fiege Charakter Pilsbock, 7, 8 % Alc., 0,3 l Fl.

Eines der wenigen untergärigen Biere, die es auf die Gärbar-Karte geschafft haben. Zugegeben: Ein wenig Lokalkolorit gehört schon dazu. Die Bezeichnung Pilsbock ist eine Erfindung der Marketing-Abteilung. Höchstwahrscheinlich ist auch der recht hohe Preis teil des Marketings. Was wir hier im Glas haben, ist ein feiner, heller Doppelbock. Der Schaum ist stabil und die Farbe gold-gelb. In der Nase eine leichte Hopfennote mit deutlichen Anteilen von Getreide und einer leichten Brause. Insgesamt sehr zurückhaltend das Bouquet. Die satten 7,8 Vol. % verstecken sich ebenfalls dezent und sind gut eingebunden. Der Abgang ist ausreichend bitter, aber nicht sehr dominant. Insgesamt überzeugt der Fiege-Bock durch seine Ausgeglichenheit und sein schönes Mundgefühl.

La Franchefleur de Franchimont, 6, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Das FrancheFleur aus der umtriebigen belgischen Brasserie Grain dist hervorgegangen aus einer Kollaboration mit dem Wein und Schnappes Hersteller Fleur de Franchimont. In diesem wirklich sehr leckeren Bier wurden Holunderblüten mit eingebraut. Ein leicht trübes und helles Gold fließt in das Glas, in der Nase zeigen sich leicht hefige Noten mit einem Hauch von Citrus und den genannten Holunderblüten. Im Geschmack kommt die Hollunderblüte wieder hervor. Das Franche Fleur ist ein weiteres Beispiel für die Experimentierfreude belgischer Brauer_innen und darüber hinaus ein wirklich tolles Sommerbier.

Hetzel Frauendorfer Rauchbier, 5.4 % Alc., 0,5 l Flasche

Freedom East India Pale, 5, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Vorsicht Lager! Ein für englische Verhältnisse sehr stabiler Schaum. Die Farbe erinnert an den Goldton der Aspell Cyder. Im Bouquet eine leicht harzige Note, vielleicht Kiefer? Nach hinten raus bitter. Freedom überall!

Brewers & Union Friday, 6, 5 % Alc., 0,5 l Fl.

And Union ist der deutsche Zweig von Brewers & Union bzw. der Collective Sao Gabriel aus CapeTown in Südafrika. Dort entstand 2007 ein Brauprojekt um Craft Beer. So auch das Friday IPA, das Arcobräu Gräfliches Brauhaus im bayerischen Moos braut. Arcobräu ist mit knapp 150.000 Hektolitern so groß wie Fiege, macht aber feine Sachen wie die Union-Biere nebenbei.Nicht alle IPA eignen sich für den Feierabend. Dieses schon. Vergleichsweise moderate Alkoholwerte bietet dieses schöne IPA. Das Friday IPA kommt aus 16 Prozent Stammwürze mit 55 Bittereinheiten und schönem Kupferton, zu einem Röst-Mandarinen-Aroma, das sich im Gaumen zu vollreifen Orangen und etwas Creme Brulee entfaltet, um einen ausgesprochenen bitteren Abgang hinzulegen – hat uns super geschmeckt.

FRITZ Ale IPA 5,8 % Alc., 0,33 l Fl.

Fritz Wülfing aus Bonn ist ein Pionier der hiesigen Szene. Begeistert von den extrem hopfigen Indian Pale Ales in den USA wurde er zum Gypsy Brewer und braute seine Ales u.a. in der Hagener Privatbrauerei Vormann. Sein IPA offenbart einen Cocktail an Aromen, Zitrusfrüchte und Mango strömen in die Nase. Typisch IPA: die schöne Bitterkeit auf der Zunge, die feine Restsüße. Dank fritz kola darf Fritz das Bier nicht mehr unter seinem Namen verkaufen. Bei der Gär-Bar gibt es die letzten Originale.

FRITZ Ale Extra Special Bitter 5,6 % Alc., 0,33 l. Fl.

Das Fritz Ale ist eine klassische Vertreterin englischer Bitterbiere, wie wir sie außerhalb Großbritanniens nur selten finden. Gebraut wurde das Extra Special Bitter (ESB) ebenfalls bei Vormann, unter Verwendung englischer Hefe und amerikanischen Aromahopfen. In der Nase starke Zitrusfrüchte, mit einer ausbalancierten, grandiosen Bitterkeit. Ein Bitter mit fruchtiger Wucht. Wir haben die letzten Flaschen erobert – Fritz wird das ESB nie wieder brauen.

Füchschen Alt, 4, 5 % Alc., 0, 5 l Fl.

Wer das Füchschen Alt nachbrauen möchte, braucht sicherlich Karamellmalz. Bei diesem Malz wird Zucke im Malz beim Darren karamellisiert, was einen schönen Körper ergibt und das Bier dunkel macht. Kennerinnen schätzen das Füchschen aber auch wg. seiner Bittereinheiten, die deutlich zur Geltung kommen. Höchste Düsseldorfer Braukunst.

Girardin Faro, 5 % Alc., 0,375 l Fl.

Faro ist die süße Art, das komplexe, wild vergorene Lambik aus dem Payottenland rund um Brüssel zu genießen. Auf unsere Haus- und Hofbrauerei Girardin lassen wir natürlich nichts kommen und so ist auch ihr Faro immer unsere Empfehlung wert. Zwar mit Süßstoff gezuckert – denn sonst würde es weiter gären – ist es die süß-saure Arbeitervariante des berühmt-berüchtigten seit über 600 Jahren gebrauten Lambik. Das Aroma ist typisch sauer und brett – nach den Brettanomyces bruxellensis genannten dortigen Hefen –, die Farbe Amber mit weißem, schwach rezentem Schaum, der Geschmack der einer nie geahnten komplexen süß-sauren Limonade, die vor Aromen nicht weiß wohin – mit einem trocken-bitteren Abgang. Für Süß-Saure genau das Richtige – und für Saure-Süße.

Girardin Framboise, 5 % Alc., 0,375 l Fl.

Für die Himbeer-Geuze verwendet die Familie Girardin 150 Gramm Himbeeren pro Liter Oude Lambik. Das Framboisen-Lambik reift in kleinen Chargen und ist das wertvollste und sensibelste Lambik-Produkt. Die Wirkung der Himbeeren ist fantastisch: Viel Beerenfrucht in der Nase und am Gaumen, milde Säure, balanciert mit einer feinen Süße und Anklängen an Erdbeere und Rhabarbar, dazu etwas Eichenfass. Framboise ist der fruchtig-bierige Sektersatz.

Girardin Oude Gueuze, 5 % Alc., 0,375 l Fl.

Oude Geuze entsteht durch Vermischen von einjährigem Lambik und zwei bis drei Jahre gereiftem Lambik und ist eine belgische Spezialität. Mit Nachgärung in der Flasche kann es über 25 Jahre alt werden. Das Girardin Geuze: spritzig-fruchtig, brut-trocken, marzipan-weich und fass-weinig ein erfrischendes Gaumen- und Kehlenerlebnis.

Girardin Oude Kriekenlambik, < 5 % Alc., 0,25 l Glas

Kriekenlambik ist Lambik (siehe dort), im Fass wildvergoren mit Kirschen, zwischen 150 bis 300 Gramm pro Liter. Girardin verwendet Süßkirschen, deswegen ist das Kriekenlambik hellrot und leicht süßlich. Ein vollmundiges Kirscharoma, begleitet von Vanille, Rosine und Mandel. Traum eines Kirschbiers, in Europa nur in der Gärbar.

Girardin Oude Kriek, 5 % Alc., 0,375 l Fl.

Kriek ist die flaschenvergorene Version des Geuze aus Kriekenlambik, dem mit Kirschen vergorenen Urstoff des Bieres. Je nach verwendeten Kirschen und Reifung kann das Kriek sauer-herb bis süßlich sein. Das Girardin Kriek ist feinrot, klar, mit vollem Kirschgeschmack, leichten Zitrus- und Zimtnoten und einer angenehmen trockenen Süße die mit einer feinen Bittere endet. Ein grandioses Kriek für jeden Tag.

Girardin Jonge Lambik, ca. 5 % Alc., 0,25 l Glas

Unsere Herzens-Brouwerij Girardin im Payottenland ist die einzige, die überhaupt auch junges Lambik im Gärfass verkauft – und wir sind außer dem Kiek in Vleezenbeek die einzigen, die es servieren. Als jung gilt hier ein Alter von weniger als sechs Monaten, erst ab einem Jahr Lagerung im Eichenfass ist es ein Oude Lambik. Die erste stürmische Gärung ist vorüber, jetzt arbeiten die langsamen Hefen, es ist goldgelb, trüb, still, mit ordentlicher Hefenase, kräftig-trocken, ultra-bitter mit Fassnoten und dennoch ausgewogener Restsüße für einen noch für weitere drei Jahre formbaren Körper und noch nicht sauer. Außergewöhnlich, exklusiv, trocken, der Grundstoff für die komplexesten Biere der Welt. Tipp: Lasst es Euch z. B. mit 1/3 oder 1/2 Oude Lambik mischen und variiert.

Girardin Oude Lambik, ca. 5 % Alc., 0, 25 l Glas

Die wilden Hefen des Pajottenlandes westlich von Brüssel prägen das Lambik. Gereift in Eichenfässern über mindestens 18 Monate, gebraut mit etwa 30 Prozent ungemälztem Weizen: Ein stilles, trockenes und leicht saures, weinartiges Bier mit komplexen Bitter- und Fassnoten. Eines der komplexesten Biere der Welt. Außerhalb von Brüssel nur in der Gärbar.

Glossner Neumarkter Gerstenthaler Alkoholfrei Bio, < 0,5 % Alc., 0,5 l Fl.

Glossner ist eine der drei letzten Brauereien im ehemaligen Brauparadies Neumarkt in der Oberpfalz, aber immerhin hat das Städtchen mit 38000 Einwohnern drei Brauereien, davon brauen zwei mit Bio-Zutaten, Glossner ist die älteste und bietet drei alkoholfreie Biere an. Das Gerstenthaler ist wie ein untergäriges bayerisch Helles, mit einem breiten süßlichen Malzkörper, wobei die Süße schön durch die Hefo-Hopfenbittere aufgefangen wird – sehr gelungen.

Glossner Neumarkter Weizenthaler Alkoholfrei Bio, < 0,5 % Alc., 0,5 l Fl.

Das Weizenthaler ist wie der Name schon andeutet ein Weizen, jedoch ohne Alkohol. 7,5 Prozent Stammwürze aus Bio-Weizen, obergärig, dadurch mit Fruchtaromen bei süßem Malzkörper, jedoch guter Bitterfederung – für fastende Weizenfans.

Original Döllnitzer Ritterguts Gose, 4, 2 % Alc., 0, 25 l Glas

Ach, die Gose. Es gibt unzählige tolle Geschichten um sie. Ursprünglich auch wildvergoren, mit Hilfe von Milchsäurebakterien, dazu mit Kochsalz und Koriander, noch warm in Fässern an die Goseschenken geliefert, dort in langhalsige Bocksbeutelflaschen gefüllt, die die aufsteigende Hefe verschloss, so dass die Gose darunter nachgären konnte. Das Prinzip formt heute ein angenehm saures, erfrischend leichtes Bier, das gerade eine Renaissance erfährt. Die Ritterguts Gose wurde beste Gose beim World Beer Award 2013. Es schmeckt allen Freundinnen richtig sauerer Biere. Auf Wunsch gibt es die Gose mit Kirsch-, Waldmeister- oder Cassis-Sirup. Wer richtig alt werden will, nimmt den Original Gose-Schnaps.

Greif Bräu Zwickel, 5 % Alc., 0,5 l Fl.

Die fränkischen Biere sind eine Klasse für sich und die vier Forchheimer Brauereien eine nochmal ganz besondere. Das Zwickel von Josef Greif ist ein ungefiltertes, strohblondes, frischhefiges, mildfloral und fruchtighopfiges Untergäriges mit dennoch leichter Fruchtnote. Es ist ein Bier, von dem mensch einfach auch mal ordentlich trinken kann und das seinem unverfälschten Charakter gerecht wird. Zwickel jederzeit.

Gruthaus Pumpernickel Porter, 5,6 % Alc., 0, 33 l Fl.

Grutherr Philipp Overberg hat lange experimentiert und für ein Bier mit westfälisch-münsterschem Colorit etwas mit Pumpernickel gebraut, so wie früher auch schon mal mit gebackenem Brot gemaischt wurde. Durch die lange Backzeit erhält das Pumpernickel, aus Roggenkorn und -schrot besteht, seine Farbe und den leichten Karamellgeschmack. Das Pumpernickel wird mit Roggen- und Röstmalz gemaischt und mit Tettnanger Doldenhopfen gekocht und unfiltriert in der Hagener Vormann Brauerei abgefüllt. Aus der Flasche entsteigt ein mittelstarker Körper, schwach karbonisiert, mit Bitter-, Röst- und Schokonoten, etwas Karamell und grasigem Hopfen – flüssiges, nahrhaftes Brot.

Gruthaus Überwasser Alt, 5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Früher gab es in Münster über 80 Brauereien. Alle brauten ein Alt, das jedoch hell statt dunkel war, wie man es heute aus dem Rheinland kennt. Nur noch Pinkus Müller ist übrig geblieben – und seit 2013 gibt es das Gruthaus, das alte Stile auf ein modernes Niveau hebt. Das Überwasser-Alt mit 12,5 Plato Stammwürze ist ein helles, traditionelles Münsteraner Alt, leicht säuerlich durch Milchsäuregärung, mit feinen Citra- und Amarillo-Hopfen, etwas Gerstenmalz und feiner Fruchtnote, harmonisch abgestimmt. Auf jeden Fall probieren!

Guinness Dublin Porter, 3, 8 % Alc., 0, 5 Fl.

Wir finden, dass zu einem GB-Spezial min. ein Bier aus dem Hause Guinness auf die Karte muss. Das Etikett gefällt uns sehr. Typografisches Design bei dem eine Groteske dominiert, die durch Kartoffelstempelstyle verspielt wirkt. Die Ornamente sind schlicht und an der richtigen Stelle platziert. Das Innere ist auch nicht schlecht: schwarzer Ton, schöne Röstnoten, sehr schlank. Ein Porter, das schon vor der Arbeit schmeckt.

Guinness West Indies Porter, 6 % Alc., 0, 5 Fl.

Im Hause Guinness kann man mit Malz umgehen und schafft durch die typische Guinness-Hefe einzigartige Biere. Dieses Bier geht auf ein Rezept zurück, das 1801 zum ersten Mal gebraut wurde und als Vorläufer für das Guinness Foreign Extra Stout in die Chroniken eingegangen ist. Für englische Verhältnisse ist es richtig stark, exportreif eben. Der feine Schaum steht wie eine Crema auf dem tief dunklen Bier. Der Körper ist nicht stark und nicht dünn. Irgendwas dazwischen. Komplexe Noten von Schoko, Kaffee, Vanille runden den Eindruck ab. Gut gefällt auch die Extraportion Hopfen in diesem malzbetonten Bier. Wer Stouts und Porter mag, kommt hier auf seine Kosten.

Gulpener Herbstbock, 6, 5 % Alc., 0,33 Fl.

Der Sommer sagt tschüss und die Bierfreund*Innen freuen sich auf süßes statt saures. Es ist Zeit für Herbstbock. Die Röstaromen passen wirklich besser in die kühlere Jahreszeit. Der Gulpener Herbstbock riecht ein bisschen nach Getreideernte. Der Geschmack ist etwas süßlich zu beginn, im Abgang dann angenehm hopfenbitter. Super Schaum, schöne herbstbraune Farbe und ein gutes Bier.

Hansa Pils, 4, 8 % Alc., 0,33 l Dose

Muss man noch ein Wort über dieses legendäre Bier verlieren? Hansa ist 1 A und wohl das einzige Bier, das nicht schal werden kann und bei jeder Temperatur gleich schmeckt. Das Bouquet nicht zu würzig, der Körper nicht allzu üppig und die Bitterwerte laufen auch irgendwo unter dem Durchschnitt. Dennoch ist dieses Bier völlig zurecht auf jeder Punker-Fete der Star. Oder wie der Brauer von der leider geschlossenen Hibernia-Brauerei in Gelsenkirchen zu urteilen wusste: Man kann es saufen!

Hanscraft & Co. Backbone Splitter, 6,6 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Backbone Splitter ist eines der neuen IPA der Craftbierszene und bereits hochwillkommen. Gebraut wird es im Bürgerlichen Brauhaus Wiesen bei Aschaffenburg, entworfen hat es eines dieser Geschäftsmodelle, die darbenden Brauereien zu neuer Auslastung verhelfen. 60 Bittereinheiten stehen auf dem Programm, im kräftigen klaren Orange-Ton mit fruchtiger Nase nach Pfirsich und Mango, ein karamellig-süßer Körper (Orange, Grapefruit) in leichter Rezenz und ein Finish, das trocken und echt IPA ist. Zwar süß, aber ausbalanciert und sehr trinkbar.

Hellers Alt, 4, 7 % Alc., 0, 5 l Fl.

Sollte eine Kölner Brauerei Alt im Düsseldorfer Stil brauen? Uns ist das offengestanden egal, wenn das Ergebnis stimmt und das Bio-Alt aus der Dom-Metropole kann sich wirklich sehen lassen. In der Farbe dunkler als Bernstein wirkt der Schaum schön feinporig, eben wie eine schöne Crema eines guten Espressos. Das Bouquet ist definiert malzaromatisch mit blumigen Noten und einer Nuance von grünen Kräutern. Im Antrunk Karamell-Noten, die sich nach hinten raus in einer satten Portion Hopfenbittere verlieren. Ein gelungenes Bio-Alt aus Köln.

Hercule Stout, 9 % Alc., 0, 33 l Fl.

Das Hercule Stout ist ein Russian Imperial Stout der Brasserie des Légendes oder wie es die Brauerei sagt „the only Belgian Stout“. Benannt nach der Romanfigur Hercule Poirot, ein von sich sehr überzeugter Privatdetektiv mit einem markanten Schnauzbart. Wenn die Fähigkeiten des guten Hercule nur ansatzweise der Qualität entsprachen, die dieses Stout an den Tag legt, so muss sich ein gewisser Mr. Holmes aus der Baker Street Sorgen um sein Ruf als größter Privatdetektiv machen. Ein volles und dichtes Aroma der Röstmalze und ein tolles Mundgefühl mit viel Kaffee zeichnen dieses wirklich famose Bier aus. Selten schmeckten 9 % Alc. so lecker!

Hoegaarden Grand Cru, 8, 5 % Alc., 0,33 Fl.

Der Spruch „Der Brauer macht die Würze, die Hefe macht das Bier!“ gilt nirgends stärker als bei den belgischen Strong Ales. Sie leben von der Hefe und diese erzeugt eine ganz typische Geschmackskonstellation, die wir in vielen Varianten mögen. Bei diesem Bier verbindet sich belgische Hefe mit fruchtigen Aromen, leichte Banane und tollen Karamellnoten. Der feinporige, weiße Schaum macht sich gut auf dem goldenen Bier. Wiedermal ein Grund mehr, weshalb Bier nur aus dem Glas genossen werden sollte. Wohl bekomms!

Hoegaarden Wit, 4, 9 % Alc., 0,25 l Fl.

Das Hoegaarden Wit ist ein gutes Beispiel für die Idiotie des sog. Reinheitsgebots. Eingebraut mit Orangenschalen und Koriander entsteht ein sommerleichtes Weizenbier, das wir nur wärmstens ans Herz legen können. In der Nase leichte hefig-bananinge Noten gepaart mit einer feinen Kräuternote. Der schlanke und frische Körper macht dieses Bier zu einer echten Alternative zum klassischen Hefe-Weizen.

NovaBirra Holy IPA, 6,5 % Alc., 0,33 l Fl.

Wenn sich Italiener in Belgien an ein IPA machen, kommt so etwas wie das Holy dabei heraus. Vorbild ist ein klassisches Westcoast-IPA, hier sind aber Pilsner, Wiener und Weizenmalz im Einsatz. Holy wird es durch 50 Bittereinheiten Chinook und Mosaic, auch noch einmal durchs anschließende Hopfenstopfen mit ebensolchen. Fein-trüb, orange-amber-farben, mit mandarinig-sanftem Aroma und fruchtig-manogmäßigem Geschmack der Tropen mit leicht-gewichtigem Körper und feiner Rezenz ist es wenig IPA-offensiv, aber dafür bestens trinkbar. Eine sehr gute Wahl.

Poperings Hommelbier, 7, 5 % Alc., 0,33 Fl.

Hommelbier hat mit Hummeln genauso viel zu tun, wie Bock mit Böcken. Hommel ist westflämischer Dialekt und leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Humulus für Hopfen ab. Damit ist auch klar, wohin die Reise geht. Hopfen satt in einem Bier, das ansonsten im belgischen Stil gebraut ist, der uns so gut gefällt. Feine Hefe umschmeichelt die Nase und den Gaumen. Dazu fette Hopfenaromen, eingelagert in ordentliche Prozentwerte und Gärkohlensäure. Reichlich Körper und schön bitter. Wäre es nicht so lecker, dass man min. zwei trinken möchte, wäre es ein schönes Absackerbier.

Allgäu Hopfen Royal, 6, 9 % Alc., 0, 33 l Fl.

Hopfenstopfer Comet IPA, 6,8 % Alc., 0,33 l Fl.

Ein recht außergewöhnliches India Pale Ale, komponiert mit der alten amerikanischen Hopfensorte Comet, angebaut in Hallertau. Dazu kommen die Hallertauer Hopfen Saphir und Taurus und bilden 55 Bittereinheiten. Der Malzkörper mit 16,7 % Stammwürze entsteht aus Pilsner-, Münchner-, Wiener- und Melanodinmalzen: Ein goldfarbenes, beerig-fruchtiges IPA mit einer kräftigen Bittere für Nase und Gaumen, gefedert durch honigmelonene Restsüße im süffig-molligen Körper

Häffner Bräu Hopfenstopfer Incredible Pale Ale, 6, 1 % Alc., 0,33 l Fl.

Häffner Bräu braut die Hopfenstopfer Biere, die sich durch ausgewogene Bitterkompositionen zum relativ günstigen Preis einen Namen gemacht haben. Das Incredible Pale Ale ist ein IPA, wie wir es mögen, fruchtig-bitter ohne viel Alkohol – so, wie kein einziges der Hopfenstopfer IPA ja wirklich versagt. Mit Hallertauer Taurus, Hallertauer Saphier, Nelson Sauvin und Cascade, leicht trübem, blass-orangenen Antlitz, gemütlich rezent und flockigem Schaum, einem Aroma von Grapefruit, über Kräuterwiese bis Sellerie, Grapefruit und Mandarine im Geschmack und einem grasigen Abgang. Floral, fruchtig und intensiv.

section*Smokey Porter, 7 % Alc., 0, 33 l Fl.

Hop’s Franzmann’s No. 1, 5, 7 % Alc., 0,33 l Fl.

Eine sehr interessante Neuschöpfung ist das Franzmann’s No. 1, das Hop’s Brewing bei Vormann in Hagen braut. Drei Malzsorten, vier Mal Hopfen (Perle, Saphir, Simcoe und Cascade), davon zwei auch für die Kalthopfung, ergeben als Lager kalt vergoren eine sehr angenehme „Brücke zwischen Pils und Ale“. Bernsteinfarben, trockene bitter-süße Kräuterhopfennase, trocken bis leicht süßer, feinweicher Körper, mit einem trocken-krauthopfigen Finish und einer Spur Brioche sowie einer kleinen Alkoholigkeit. Ziemlich einmalig.

Brasserie Lefebvre Hopus, 8, 3 % Alc., 0, 33 l Fl.

Das Hopus wurde anlässlich der Hochzeit des Brauers Paul Lefebvre erstmalig gebraut. Es ist preisgekrönt. Dieses belgische Ale macht auf ganzer Linie klar, dass es ausschert aus dem Lager der Abteibiere. Das fängt schon bei der Flasche (Plöppverschluss) an und hört beim trockenen Eindruck auf, der sich schon im Bouquet bemerkbar macht. Die Nase verströmt eine gewisse Leichtigkeit, Grass- und Kräuternoten verweisen auf ein hopfenprächtiges Bier. Die kräutigen Noten bleiben, der Körper fühlt sich trotz der 8, 3 Volumenprozent schlank an. So als sei null Restsüße im Bier. Erst beim Abgang machen sich neben dem Eindruck von Bittermandel leichte Alkoholnoten bemerkbar, die aber grandios eingebunden sind. C’est bon!

Brouwerij ’t IJ IJwit, 6, 5 % Alc., 0,33 Fl.

In den Niederlanden zu wohnen, hätte mehr als einen Vorteil: An jeder Frittenbude gäbe es Frietjes oorlog, Gras wäre legal zu erwerben und man könnte aus einer Vielzahl leckerer Witbieren auswählen. Eines davon reichen wir heute Abend über die Theke. Es kommt aus Amsterdam, genauer aus dem wohl kürzesten Stadtteil überhaupt, aus IJ (das, weil es so kurz ist, immer großgeschrieben wird). Dort haben sie es jedenfalls drauf aus Wasser, Gestenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe, Zitronen und Koriandersamen eben genau jene Komposition zu erschaffen, die wir als Wit so schätzen. Die typisch florale Nase ist gut eingefangen vom hefig-fruchtigen Weizenaroma. Feiner Schaum und ein sonniges Kleid. Der Körper ist satt und präsent, was sehr gut gefällt. Nach hinten klingt es sanft bitter und samtig aus. Ein echter Grund zum Auswandern.

Hops Brewing Hop’s Insane Ale, 8,2 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Insane Ale von Hops Brewing ist ein extremes IPA: hohe Stammwürze (19,3 %), hoher Alkoholgehalt, hohe Hopfengabe (90 bis 100 IBU) in einer ziemlich wahnwitzigen Kombination aus Summit, Columbus, Centennial, Simcoe, marillo, Citra und Crystal. Es läuft daher auch als Imperial American Ale, vergleichbar mit einem soliden West-Coast-IPA, wird aber in der Brauerei Vormann in Hagen-Dahl gebraut. Im Glas trüber Bernstein, die Nase weiche fruchtige Hopfennoten, im Geschmack kräftige Hopfenbittere, Kräuter mit trockenen Orangen, Mango und Grapefruits, Pfeffer, aber leichter Karamell-Restsüße, mittlere Karbonisierung für cremiges Mundgefühl, endet mit bitter-fruchtig-süß-weichem Abgang. In der Tat insane.

De la Senne Jambe-de-Bois, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

Das feine Tripel von der auch gar nicht mehr so jungen, umtriebigen Brasserie De la Senne im urbanen Sennetal Brüssels ist ein Abtei-Tripel, wie wir es nicht besser hätten erfinden können: Kräftig gehopft auf 49 Bittereinheiten ist das mit einer Stammwürze von 18,3 Plato ordentlich kräftige Tripel nicht mehr einfach typisch belgisch tripelig, sondern etwas vollkommen Neues, Ideales, grundsätzlich Gutes. Schön dicht-trübes Orange im Glas, ein frisch-fruchtiges Aroma und ein kräuterig-fruchtiger Körper mit einer kraftvollen Bittere machen das Jambe-de-Bois zu einer Entdeckung, bei der der Alkohol gefährlich unspürbar ist. Wird nach dem Tap 5 unsere Lieblingsdroge.

Jopen Extra Sout, 5, 5 % Alc., 0,33 Fl.

Die Brauerei Jopen ist in der Gärbar ein gern gesehener Gast. Diesmal freuen wir uns, ein niederländisches Stout aus den Kesseln der Haarlemer zu präsentieren. Stout könnte das IPA als Craft-Beer-Hipster-Trend ablösen, weil der wachsende und umsatzstarke Craftbeer-Markt den Aroma-Hopfen knapp werden lässt. Und beim Stout spielen nun mal Malze die erste Geige. Das ist beim Extra Stout allerdings nicht ganz so: Bereits ein Blick aufs Etikett verspricht 45 EBU, also nicht wenig. Im Glas baut sich zunächst ein kräftiger Schaum über dem schwarzen Bier auf, der recht grobporig auf ein ansehnliches Maß zusammenfällt. In der Nase hat es dieses schöne Stout-Aroma von Malz, Kaffee und dunklen Beeren. Dazu gesellen sich kräutige und grasige Noten. Dieses Bier ist im Abgang so hopfig, dass man es weiter lutschen kann, während man das nächste bestellt. Ein wunderbar hybrides Stout der Extraklasse.

section*Jopen Hoppenbier, 6,8 % Alc., 0,33 l Fl.

Jopen Ongelovige Thomas, 10 % Alc., 0,33 l Fl.

Dieses richtig starke Ale aus der niederländischen Brauerei Jopen ist dem ungläubigen Thomas gewidmet: Er hielt die Auferstehung Jesus’für einen schlechten Witz. Erst als sich ihm der Religionsstifter zeigte und seine Wundmale präsentierte, fand der Jünger zum Glauben an die Auferstehung. Unter uns gesagt: So kann das jeder und jede und wir behalten uns vor, ungläubig zu sein, bis der Heiland uns seine Stigmata ebenfalls zeigt. Bis dahin widmen wir uns dem Rausch, der sich mit diesem feinen Bier recht schnell einstellen dürfte. Die Farbe gleicht einer Rosskastanie. Der Schaum ist schon stabil, fast cremig. Dieses Bier spielt die ganze Aromenklaviatur dunkler Malze: Karamell, Rosinen, Röstnoten, Kakao. Hinzu kommt ein feiner leicht alkoholischer Abgang, der durch ein weiches bis öliges Mundgefühl abgerundet wird. Unsere Flaschen sind gut gelagert, was den Genuss dieses reifen Bieres nochmals steigert. Großartiges Bier.

Grain d’Orge Joup, 7, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Joup ist das dunkle Stammbier des Braupubs von Grain d‘Orge. Ein klassisches Doubel, aber eher dezent interpretiert. Auch hier macht sich die brauereitypische Hefe im Bouquet bemerkbar. Sie bringt etwas Florales mit, das sich unter die Röst- und Brotaromen mischt. Im Mund schöne Aromen von Bittermandel, Röstmalze (Kaffee, Schokolade), die gut mit der Kohlensäure harmonieren. Fein ausgebauter Körper. Im Abgang würziger und etwas bitter. Sehr süffig.

Brouwerij Bosteels Tripel Karmeliet, 8, 4 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Karmeliet Tripel ist kein Bier einer krassen, kleinen Hinterhofbrauerei, sondern wird von der Brouwerij Bosteels gebraucht, die zum AB-InBev-Konzern gehört, also zu dem Biermulti überhaupt. Trotzdem – und das ist erwähnenswert – kommt es auf Ratebeer unter die Top 50, obwohl es dort eigentlich nur Bier hinschaffen, die schwer zu besorgen sind. Denn solche Bier mag die weiße biertrinkende Mittelschicht. Das Gelb im Glas erinnert ein wenig an das Badezimmer von Monet. Der Schaum steht wie Eischnee auf dem Bier und schmeckt besonders bitter. In der Nase ein süßlicher und super fruchtiger Eindruck, vielleicht Erdbeere? Der Körper ist eher schlank und sehr besonders. Das Karmeliet wird mit Weizen und Hafer gebraut, was mutmaßlich diesem Bier ein ganz eigentümliches Mundgefühl verleiht. Es überzeugt durch einen gefälligen Abgang mit einer samten Bitterkeit. Ein rundum schönes Bier.

Köstritzer IPA, 7 % Alc., 0, 5 l Fl.

Eigentlich heißt dieses Bier Köstritzer Meisterwerke Pale Ale. Weiß der Teufel, was sich die Marketingabteilung dabei gedacht hat. Für ein Pale Ale ist es zu stark im Alkoholgehalt und zu kräftig gehopft. Also wollen wir bei der Wahrheit bleiben: Dieses Bier ist ein gelungendes IPA. Bereits Farbe und Schaum steigern die Vorfreude auf vollen Biergenuss. Der leichte Orangeton passt gut zur Flaschenbanderole. Der Schaum ist stabil und bleibt am Glas haften. Das Bouquet ist typisch für die neuen IPAs: Zitrusfrüchte mit floral-würzigen Ausprägungen. Bereits im Antrunk zeigt sich ein gut ausgebauter malziger Körper mit einer akzeptablen Restsüße. Für ein Bier aus dem Bitburger-Konzern ist dieses Ale erstaunlich bitter und richtig gut zu trinken.

Köstritzer Wit, 5, 4 % Alc., 0, 5 l Fl.

Über den Sinn, vielmehr Unsinn des Deutschen Reinheitsgebots, haben wir an dieser Stelle bereits viel geschrieben. Ebenso haben wir über unser Dilemma geschrieben, dass wirklich hervorragende Brauereien wie Hoegaarden zu dem größten Brauereikonzern der Welt gehören. Naja, es gibt halt nichts Richtiges im Falschen, ne? Warum dieser lange und bekannte Sermon? Köstritzer, die zu Bitburger Gruppe gehören, haben sich entschlossen, ein Bier auf den Markt zu bringen, das sich an den belglischen Witbieren orientiert. Dieses Weizenbier wird mit Koriander und Orangenschalen eingebraut und ist ein perfektes Sommerbier. Ein ebensolches ist das Witbier von Köstritzer, es ergießt sich eine wirklich schöne, leicht strohgelbe Farbe ins Glas, in der Nase entfaltet sich eine angenehm säuerliche Note, wie auch der Duft von Orangen und Koriander. Der erste Schluck manifestiert ein sehr angenehmes Mundgefühl mit einem schön mild-fruchtigen Abgang. Eine gut trinkbare Alternative zu den belgischen Originalen. Was lernen wir also? Große Konzerne können auch gute Biere brauen und im Falle Köstritzer ihren ihren Ruf und Einfluss nutzen und ein Bier, das nicht dem Reinheitsgebot entspricht, als Bier verkaufen, denn so steht es auf dem Etikett.

Brasserie d’Achouffe, La Chouffe Blonde, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

La Chouffe ist das Bier mit dem Zwerg. Das Blonde aus der Brasserie d’Achouffe schafft es heute zum ersten Mal in die Gärbar, bislang hatten wir immer das Double IPA auf der Karte. Mit Koriander gebraut, gilt es vielen als würdiger Vertreter der Klasse belgischer Strong Ales. Wir schätzen es als gefälliges und süffiges Bier, das im Glas eine ausgesprochen gute Figur macht. Feiner Schaum, der schöne Inseln bildet, auf einem weizenfeldgoldenen Bier – einfach schön anzusehen. Die Nase durchaus fruchtig erinnert an Aprikosen und geht in Richtung hopfiger Zitrusnoten. Insgesamt eher süffig und nicht sehr bitter.

Neumarkter Lammsbräu Alkoholfrei, < 0,3 % Alc., 0,33 l Fl.

Neumarkter Lammsbräu ist eine der ersten, engagiertesten und größten Bio-Brauereien. Lammsbräu hat für die Ökologisierung ganzer Landstriche gesorgt und für das Auskommen von Biogersten- und Biohopfenbauern. Das Alkoholfreie Helle brauen sie mit einer speziellen Hefe, es ist also nicht wie üblich durch Umkehrosmose entalkoholisiert. Nüchtern als erstes am Tag probiert, schneidet es im Vergleich prima ab, voller Körper, schöner Schaum, karamelliges, florales Aroma, im Geschmack hefig-bitter-süß mit leichter Frucht – eines der besten Bleifreien.

Lammsbräu Weiße Dunkel, >0, 5 % Alc., 0, 5 l Fl. Bio

Das dunkle alkoholfreie Weizenbier von Neumarkter Lammsbräu in der Oberpfalz ist kastanienbraun, wenn das Hefedepot aufgemischt wird, auch kräftig trüb, erzeugt einen fest-feinporigen Schaum und dann eine kräftige Süße in der Nase nach Karamell, Toffee und Schokolade. Im Mund dann der süßmalzig-cremige Weizenkörper mit kräftiger Rezenz, Fruchtnoten von Holunder und dunkler Schokolade mit leichtem Röstaroma. Ein sehr feines dunkles Weizen.

Lammsbräu Weiße Hell, >0, 5 % Alc., 0, 5 l Fl. Bio

Neumarkter Lammsbräu ist ein Pionier der geschmackvollen alkoholfreien Biere, die Weiße ist da keine Ausnahme. Mit einem schönen Orangeton und feiner Krone im Glas kommt es mit einem typisch körnigen Weizenaroma und einem süßmalzigen Geschmack nach frischem Brot. Auch die Fruchtester sind da. Eine feine Weiße für Gesundtrinker_innen und Sportler_innen – und für die, die erstmal etwas gegen den Durst brauchen.

La Trappe Quadrupel, 10 % Alc., 0,33 l Fl.

Im ersten niederländischen Trappistenkloster Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven bei Tilburg brauen die Mönche seit 1884 für ihren Lebensunterhalt, wie es die Regel des heiligen Benedikt vorsieht. Das Quadrupel ist das stärkste der sechs Biere, kommt im rotbraunen Ton und stabilem Schaum. Es riecht nach Kuchen und karamellisiertem Zucker und beschert einen komplexen Genuss aus Malzsüße, Karamell, Früchtekuchen, Banane, Mandel mit viel Alkohol und einem zarten Hopfenbiss zum Schluss. Ein feines Quad.

Brauerei Schumacher Latzen, 5,5 % Alc., 0, 25 l Glas

Das Latzenbier von Schumacher hat seinen Namen deswegen, weil der Braumeister besonders gelungene Sude „op de Latt“gelegt hat. Spürbar die Extraportionen Malz und Hopfen, ist es vollvergoren etwas stärker und zeigt sich kräftig rostrot mit feiner Nase, ausgewogener Bittere und leichtem Hasel. Ausgeschenkt wird es nur drei Mal im Jahr, im März, September und November. Wir haben genug für Euch vom wunderbaren März-Sud.

Löwenbräu Buttenheim Ungespundetes Lagerbier, 4,8 % Alc., 0.5 l Fl.

Löwenbräu im fränkischen Örtchen Buttenheim mit knapp 3500 Einwohnern ist eine von zwei Brauereien dort, die andere, St. Georgen-Bräu, kennt man für ihr Kellerbier, das auch hier manchmal erhältlich ist. Gegründet wurde Löwenbräu 1880 und braut traditionelle fränkische untergärige Lagerbiere, 10.000 Hektoliter im Jahr. Das feine Ungespundete ist relativ stark gehopft, reift im Felsenkeller ohne Fassspund und enthält deswegen weniger Kohlensäure. Es hat einen schönen Goldton, schwach kräuterige Hopfennoten, beginnt mit angenehm trockener Bittere, samtig-malzigem Körper und weichem Mundgefühl und endet mit einem kräftig-trockenen lang-anhaltenden Finish. Eines der besten Biere seiner Art, sehr süffig, nur vergleichbar mit dem Witzgall Landbier. Es lohnt sich, in Buttenheim Urlaub zu machen. Fragt Günther, der uns das Bier direkt von dort mitgebracht hat – merci beaucoup.

London Porter, 5,4 % Alc., 0, 5 l Fl.

Das London Porter ist ein sehr feines Bier von der unabhängigen Brauerei Fuller, Smith & Turner aus London. Es ergießt sich ein herrlich dunkelbraunes Bier ins Glas, das wunderbare Röstaromen verströmt. In der Nase findet sich Toffee und ein Hauch dunkler Schokolade, unterschwellig lässt sich eine dezente Note von Sauerteig finden. Der erste Schluck zeigt die erwartete Malzsüße, doch spätestens am Gaumen offenbart sich eine überraschende Bitterkeit des Hopfens; der Abgang ist schön lang und angenehm bitter. Das London Porter ist ein ausgesprochen gelungenes Bier, welches die Süße des Malzes und Bitterkeit von Hopfen kombiniert. Wie jedes gute englische Bier sollte es wohl temperiert genossen werden!

Les 3 Fourquets Lupulus, 8, 5 % Alc., 0,25 l Glas

Die relativ junge Brauerei Trois Fourquets in der luxemburgischen Wallonie braut unseres Wissens nach mit Orval-Hefen, schon wegen der Nähe zum Kloster und widmet sich einer hopfigen Interpretation belgischer Klassiker, ist doch ihr Brauer der Schöpfer des Houblon Chouffe. Ihr Abtei-Tripel kommt mit schönem Hefe- und Honigaroma, zum Geschmack tragen noch Kräuter- und Blumenaromen bei, der Körper ist mittelvoll, gut karbonisiert und das Tripel nicht etwa eine Hopfenbombe, sondern moderat bitter mit einem ebensolchen Abgang, der leicht restsüß an den Alkohol erinnert. Eines der besten belgischen Tripel.

Oedipus Mannenliefde, 6 % Alc., 0,33 Fl.

Das Mannenliefde (Männerliebe) von der kleinen Brauerei Oedipus(!) aus Amsterdam ist ein Bier für Frauen, Transsexuelle, Männer, Hermaphroditen, Trans-Gender, All-Gender und grüne Menschchen von der Venus. Vielleicht nicht das Bier, was uns die Fernsehbierwerbung um die Ohren und Augen schlägt, aber ein weiterer Beweis dafür, was Bier alles kann. Gebraut mit Zitronengras und Szechuanpfeffer ist das Mannenliefde ein herrlich frisches und leichtes Sommerbier mit einer leicht pfeffrigen Note und feiner Karbonisierung. Ganz tolle Braukunst und ein Bier für wirklich alle Geschlechter und Nichtgeschlechter. Küsschen!

Boon Geuze Mariage Parfait, 8 % Alc., 0,375 l Fl.

Frank Boon ist der Meister und Erneuerer des belgischen Lambics. In keiner Brauerei wird mehr für Fässer, Biere und Geschmack getan und er unterstützt auch die anderen Lambic-Brauer und Geuze-Steker. Seine Geuze Mariage Parfait aus ein, zwei und drei Jahre altem Lambic ist die starke Version des ohnehin schon guten Boon Geuze. Tatsächlich sind die perfekten Hochzeiten außergewöhnlich intensiv. Die Geuze ist pures Gold mit weißem Kopf, leichten Zitrus-, Grapefruit und Apfelnoten, sauer, trocken, herb, mit dem Pferdesattelaroma der Bretanomyces und der Wildheit der Flaschengärung. Fantastische Geuze.

Mort Subite Kriek, 4, 5 % Alc., 0, 25 l Fl.

Malzmühle Koch’sches Malzbier, 2 % Alc., 0,5 Fl.

Echte Malzbiere sind rar gesät. Das Malz von der Mühlenbrauerei vom Heumarkt in Köln ist neben dem Malz von Vormann das zweite Malzbier mit geringem Alkoholgehalt, das die Gärbar stolz präsentiert. Der Schaum ist leicht bräunlich und passt gut zum dunklen Ton des Biers. Dieses Malz ist ordentlich süß mit feinen Karamellnoten. Der Bittere Ton erinnert leicht an die Bitterkeit von schwarzen Ostfriesentee. Die feine Karbonisierung rundet das schöne Geschmackserlebnis sehr fein ab. Aber Obacht: Nicht für Kinder geeignet.

The Monarchy Münchhausen, 4, 8 % Alc., 0,5 l Fl.

Orval, 6,2 % Alc., 0,33 l Fl.

Für uns das beste Trappistenbier. Aus dem Kloster Orval im Goldenen Tal (le val d‘or) in der Provinz Luxembourg – überall ausverkauft, gibt es nur in der Gärbar. 45 bis 50 Bittereinheiten und hopfengestopft, vergoren von und mit Bretanomyces, die aus Versehen von einem deutschen Brauer ins Kloster eingeschleppt wurden. Hier zeigt sich, dass der Bruch mit der Norm, die erste Stufe zur Emanzipation darstellt. Die Orval-Hefe ist unerreicht. Aromen: Kräuterwiese, blühende Apfelbäume, weiches Hopfenbett, eine Symphonie der Komplexität. Einfach das beste Trappistenbier.

Pinkus Münstersch Alt, 5, 1 % Alc., 0,5 l Fl.

Pinkus Müller ist nicht nur die älteste Brauerei Münsters, sondern auch eine Pionierin der Bio-Biere, die wir so schätzen. Bereits 1978 wurde der erste Sud mit Zutaten aus dem biologischen Landbau angesetzt. Das Münstersch Alt ist ein helles Ale, das im Gegensatz zu den Alt-Bieren aus Düsseldorf recht lange gelagert wird, sodass die Mikroorganismen genügend Zeit zum fermentieren haben. Bei Pinkus wird traditionell offen vergoren und zu unserer Freude lässt man es bei diesem Bier zu, dass Milchsäurebakterien für einen leicht säuerlichen Unterton sorgen. Insgesamt haben wir es mit einem hefebetonten Bier zu tun, das durch feine Aromen die Sinne erfreut.

Lion ̧Plume Postiche, 8, 1 % Alc., 0, 33 l Fl.

Wer Röstaromen und einen starken Körtper mag, sollte es mit dem Postiche probieren. Es ist ein klassisches Russian Imperial Stout, also eine starke Stout-Version. Dieses tiefschwarze Bier glänzt durch satte Kaffeearomen und fruchtig-bittere Noten. Eine starke selbstgedrehte Zigarette passt bestimmt gut zu diesem Bier.

The Monarchy Preußen Weiße, 5, 8 % Alc., 0, 5 l Fl.

St. Austell Proper Job, 5, 5 % Alc., 0,5 l Fl.

Hast du bisher gedacht, dass ein IPA deutlich stärker ist als ein Pils? Dann wurde deine Auffassung vom IPA höchstwahrscheinlich vom amerikanischen Kulturimperialismus geprägt. Britische IPA beginnen bei 4, 8 Vol. Prozent. Das Proper Job ist ein schönes Exemplar aus der Gattung britisches IPA. Nicht ganz so stark, nicht ganz so auf Bouquet und Körper gebraut, sondern fein ausgeglichen. Die Nase ist etwas für Leute, die Hopfen mögen: fein würzig, deutliche Zitrusnoten und feine Anklänge britischer Hefe. Das Proper Job ist auf den Punkt karbonisiert und macht im Glas eine gute Figur. Der Name ist Programm.

Riedenburger Dolden Sud IPA, 6,5 % Alc., 0,33 l Fl.

Das einzige Bio-IPA, dann noch mit 55 Bittereinheiten und offenbar bayerischen Hopfen, verändert sich von Sud zu Sud, fast immer ausverkauft. Typisch sind die haselnussbraune Farbe, feine Rezenz und die grasige Hopfennase, ein mehr oder weniger rauher Mittelbau aus Hopfenbittere und Zitrusnoten, abgefedert durch zartes Karamell mit einem dichten Mundgefühl. Vorsicht vor der Süffigkeit!

Riedenburger Dolden Dark, 6, 9 % Alc., 0,33 l Fl., Bio

Ein Porter schwarz wie die Nacht. Mit obergäriger Hefe gebraut überzeugt dieses elegante Bio-Bier durch Süffigkeit auf der ganzen Linie. Es bildet sich nicht übermäßig Schaum, sondern eher eine feine Crema, wie auf einem guten Espresso. Schaum wird in Deutschland eh stark überschätzt. Die für den Stil obligatorischen Röst- und Schokoladenaromen sind eingebettet in einen mittelsüßen Körper und eher dezent.

Ringwood Old Thumper 5,1 % Alc., 0,5 l Fl.

Das Ringwood Old Thumper geht in the UK als Strong Ale durch und das mit 5, 1 Vol.%. In Belgien lacht man sich über solche Alkoholwerte kaputt. Aber dafür mögen wir die englischen Biere so sehr: Die Englischen Brauereien kriegen es hin, gehaltvolle Biere mit relativ wenig Alkohol zu brauen. Das kastanienbraune Bier ist recht malzbetont und hat diese schönen aromatischen Noten: ein wenig Frucht, ein wenig Gewürze, und ein wenig Hefe. Jeder Ton für sich ist sehr Dezent und in der Kombination bombastisch.

Rochefort Trappistes 10, Brasserie Rochefort, 9,2 % Alc., 0,33 l Fl.

Rochefort in den Ardennen ist eine der sechs Trappistenbrauereien in Belgien – und die älteste, seit 1595 wird dort gebraut. Hier servieren wir das kräftigste mit dem blauen Kronkorken, auch Merveille genannt. Ideale Trinktemperatur ist 12 bis 14 C, um die reichen Frucht- und Karamelaromen zu genießen. Rochefort wird in zwei Gängen serviert: Erst neun Zehntel der Flasche langsam in den Trappistenkelch geschenkt, um ein klares Rochefort zu erhalten. Im zweiten Gang folgt das schmackhafte letzte Zehntel mit dem vitaminreichen Hefesatz. Süßes und weiniges Aroma, der Geschmack dunkle Beeren und Trockenfrüchte, Karamell, das Ende mit wärmendem Alkohol, Eiche und Schokolade. Komplex.

Rochefort Trappistes 8, 9,2 % Alc., 0,33 l Fl.

In Rochefort wird seit 1595 gebraut und sie gilt als die älteste Trappistenbrauerei Belgiens. Das Rochefort 8 ist ein dunkles Bier im Stile der starken, belgischen Ales. Der Schaum steht wie Eischnee auf dem dunklen Bier. Feine Fruchtnoten machen sich in der Nase breit, dabei sind es vor allem getrocknete Früchte, wie Rosinen, Feigen und Aprikosen, Pflaumen, die das Portfolio der Aromen bestimmen. Der Trunk ist leicht alkoholisch, aber gut eingebunden mit etwas Süße. Schöner Körper, wohl karbonisiert. Es lohnt sich langsam zu trinken, weil es sich unheimlich im Glas entwickelt. Wir empfehlen zum Genuss ca. zwei Finger in der Flasche zu lassen und darauf zu achten, dass das Depot nicht aufgeschwämmt wird. Wenn du zwei Drittel des Glases getrunken hast, ist es Zeit das Depot einzuschenken und den vitaminreichen Hefesatz zu genießen. Starkes Bier.

Rodenbach Grand Cru, 6 % Alc., 0,33 l Fl.

Eines der besten Braunbiere der Welt, gebraut in der uralten Brauerei Rodenbach, die zu Palm gehört, im belgischen Roselaare. Das Bier wird in bis zu sechs Meter hohen aufrechten Holzfässern gereift, an der Gärung beteiligen sich auch wilde Hefen, Brettanomyces und Milchsäurebakterien. Ein großer Teil lagert zwei Jahre und länger in den Holzfässern. Zwei Drittel des Zweijährigen und ein Drittel des jungen Bieres gelangen zusammen in die Flasche, in der es weiter gärt. Heraus kommt ein charmantes, durst-löschend fruchtig süß-saures weinartiges rötlichbraunes Bier mit eleganten Fassnoten und hoher geschmacklicher Komplexität. Diese Multitude ist nicht immer für jeden, doch meist für jede. Ein ausgewogen mehrdimensionales Bier mit Noten von Kirsche, Chardonnay und Balsamico, wenig carbonisiert.

Rodenbach 5,2 % Alc., 0,25 l Fl.

In dieser Flasche befindet sich einfach Rodenbach. Kein Grand Cru wie wir es sonst immer kredenzen, sondern einfach nur das nackte, leckere Rodenbach Oude Bruin – eine Spezialität aus Flandern. Wer keine Ahnung hat, was ein schlanker Körper ist, sollte dieses Bier probieren. Ins Glas gelangt ein Verschnitt aus drei Viertel jungen Bier, das in Stahltanks gelagert wurde und ein Viertel zweijährigem Bier, das in Eichenfässer reifte. Dieses Bier ist säuerlich, fruchtig, kirschig, champerartig, moussierend, spritzig, weinig, aromatisch. Extraterrestrisch.

Ruhrtaler Pale Ale, 5,4 % Alc., 0,25 l Glas

Die kleine Brauerei Ruhrtaler am Zulauf der Ruhr in den Kemnader Stausee hatte bisher zwei schöne Biere: ein Helles und ein Dunkles. Seit kurzem gibt es ein anspruchsvolles Session Pale Ale in blass goldenem Ton mit stabiler weißer Krone, das in der Nase kräuterig-grasig mit trockenen Grapefruit-Zitrus-Noten wirkt. Der bitter-süße Geschmack des leichten bis mittelschweren fast ein wenig süß-malzigen Körpers bildet die Mitte, ein nicht zu trockener, süß-fruchtiger anhaltender Abgang das Ende. Sehr gelungen. Fünf Hopfensorten sollen drin sein.

Saint Feuillien Saison, 6, 5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Das Saison der Brasserie St. Feuillien bekommt überall beste Noten. Es ist ein Saison aus dem südlichen Belgien, ähnlich dem Klassiker Saison Dupont, und bringt alles mit, was ein Saison haben sollte: Würze, kräuterige Extravaganz, hopfige Bittere. Ein rauhes und gleichzeitig feines Bier. Typisch auch das Hefedepot, das man auf jeden Fall mitnehmen sollte – wer’s nicht mag, dekantiert vorsichtig.

Saison Dupont, 6, 5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Der Klassiker, eines unserer Lieblingsbiere, das vielfach kopierte und unerreichte Original: Das Saison der Brasserie Dupont ist das klassische belgische Farmhouse Ale dem früheren durstlöschenden Bier der Feldarbeiter. Es ist wunderbar ausbalanciert, würzig, hochkomplex, mit frisch-fruchtigen Tönen und einem langen, trockenen Abgang – ein Bier, das immer und jeder schmeckt. Ungefiltert, nicht pasteurisiert und in der Flasche nachvergoren, wie es sein muss und es nicht jeder kann und macht.

Samuel Adams Rebel IPA, 6, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Dieses IPA kommt von der Westküste der USA und wurde von uns in England eingekauft. Während viele IPA mit Bittereinheiten versuchen zu punkten, wurde in Boston ein Bier geschaffen, bei dem die Hopfensorten Amarillo, Cascade, Chinook, Centennial und Simcoe ein feines Arrangement der Aromen schaffen: tropische Früchte und feine Zitrusfrüchte werden flankiet von würzigen Aromen, die etwa an Koriander erinnern. Im Glas steht der Schaum feinporig auf dem kupfernen Bier und der Name ist auch ansprechend gewählt. Ein Bier wie gemacht für IPA-Liebhaber/innen, die es nicht ganz so bitter mögen.

Satan Black, De Block Brouwerij, 7 % Alc., 0,33 l Fl.

Hölle und Teufel gehören zu Kirche und Religion wie das Wasser zum Bier. Deswegen muss es in einer guten Trappisten- und Abteibierreihe auch immer den schwarzen Satan geben. Mensch trinkt es aus dem Trappistenglas, es ist fast total schwarz, mit einem malzig-kandissüßen Duft, für ein Belgian Strong Ale erstaunlich trocken mit unscheinbarem Röstaroma, gut verstecktem Alkohol und einem süß-malzigen Geschmack – wie die Sünde.

Brauerei Zum Schlüssel Alt, 5 % Alc., 0, 25 Glas

Das Schlüssel gewann 2012 und 2014 den European Beer Star in der Kategorie Düsseldorfer Alt Style. Es ist also hoch dekoriert. Im Körper eher schlank, überzeugt es durch schöne fruchtige Noten mit samten Rösttönen. Es ist nicht ganz so bitter, sondern schindet Eindruck über die Malzaromen (Brot, Getreide). So kann der Abend beginnen.

Schönramer Imperial Stout, 9,5 % Alc., 0,33 l Fl.

Die Private Landbrauerei Schönram ist eigentlich eine uralte Brauerei im traunsteinischen Schönram kurz vor der Grenze Richtung Salzburg. Schon 1622 wurde sie erwähnt, seit 1780 ist die Brauerei in Familienbesitz. Die traditionellen Schönramer Biere sind weltberühmt und wurden mehrfach prämiert, unter anderem das Pils mit dem World Beer Award in Gold 2014. Seit einiger Zeit brauen die Schönramer auch neue Biere und davon interessiert uns besonders das Imperial Stout, das aus Gersten-, Weizen- und Hafermalzen entsteht. In der Nase ist es röstig, schokoladig, auf der Zunge kommen Kaffee und eine leicht saure Frucht hinzu, gerahmt von Karamell und Lakritz mit einem Schuss Alkohol zum Schluss – ganz imperial.

Brauerei Schumacher Alt, 4,6 % Alc., 0, 25 l Glas

Der kupferfarbene Alt-Klassiker von der größten und ältesten Hausbrauerei Düs- seldorfs ist eine solide und immer wieder neue Erfahrung mit schöner Schaum- bildung, feiner röstmalziger Nase, leicht karamelligen Körper mit gelegentlichen Nuss- und Röstaromen und einer bündigen Bittere, unendlich trinkbar.

Brasserie de Silly Scotch Silly, 8 % Alc., 0,33 l Fl

Silly in der südwestbelgischen Provinz Hainaut im wallonischen Teil Belgiens ist eine kleine, 8000 Menschen große Gemeinde. Schön an ihr ist, dass sich die ansässige Brauerei mit dem Ausbau belgischer Ales in Holzfässern beschäftigt: Das Scotch Silly ist die gerade noch erhältliche Grundversion der dadurch entstehenden Scotch Ales, die nach Holz und Haselnuss riechen und schmecken. Zum Einsatz kommen Pale Ale, Karamell und Aroma/Whiskey-Malze, Zucker sowie Hopfen aus Kent und Hallertau. Kupferfarben mit feiner Rezenz, einem Aroma von Rosinen über Pflaumen bis Kirschen, Karamell, Schokolade und Holz, welche sich auch im Geschmack wiederfinden, einem nicht übergewichtigen Körper und einem angenehm warmen Mundgefühl ist das Silly ein Muster eines komplexen Scotch Ales und trotz des hohen Alkoholgehalts leicht und einfach zu trinken. Unvergesslich, mehr davon.

section*Smokey Porter, 7 % Alc., 0, 33 l Fl.

Fiege Sommerhopfen, 2, 6 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Sommerhopfen von Fiege ist das ideale Starterbier: Schlanker Körper und sattes Bouquet zeichnen dieses schöne Low Alcohol Pale Lager aus. Es ist hopfengestopft (das heißt, dass zusätzlicher Hofpen mit in den Gärtank kommt und nicht wie sonst üblich nur eingekocht wird) mit den Sorten Simocoe und Amarillo, also mit US-Hopfen, die dem Bier diese blumigen Grapefruit verleihen und von Craft-Beer-Brauereien bevorzugt verbraut werden. Ein echter Sommergenuss!

The Monarchy Münchhausen, 4, 8 % Alc., 0,5 l Fl.

Im Münsterland gab es eine Tradition sauerer obergäriger Biere, die durch Lager & Co. verdrängt wurde. Das Münchhausen versucht diese Tradition wiederzubeleben und bietet einen schmackhaften Einstieg in die Welt der sauren Biere. Der Körper ist recht schlank und trocken. In der Farbe wirkt es dunkler als Bernstein, aber heller als Kastanie. Die Trübung sticht nur leicht heraus. Die Säure ist recht milde, was dieses Bier zu einem süffig-leichten Getränk macht.

Saint Hélène LaGrognarde, 5,5 % Alc., 0, 33 l Glas

Dieses Bier hatten wir in der Frühphase der Gärbar auf der Karte und war äußerst beliebt. Wer einen Abstecher ins Kloster Orval macht, sollte unbedingt bei Heiligen Helene anhalten und ein wenig Bier kaufen. Damals schrieben wir: Ein Bitter, genannt „hoppy blond“, mit Brewers Gold und Saazer auf 50 Bittereinheiten gepitched, das Ganze goldbraun und malzig-süß, dazu die blumigen Hopfennoten und das bittere Ende machen die Grognarde zu einer hochwillkommenen Erfahrung.

Sainte Hélène Gypsy Rose, 9 % Alc., 0, 25 Glas

Das Gypsy Rose der kleinen Brasserie Sainte Hélène in Ethé, ganz in der Nähe vom Kloster Orval, ist ein so genanntes Abtei-Tripel. Es ist stark eingebraut, mit 9 Prozent sehr kräftig, und bringt eine Würze wie ein echtes Trappistenbier. Hellbraun, mit elsässischem Hopfen, fruchtig-floralen Noten, trocken und dennoch von einer karamellartigen Süße: eine quicklebendige Rose entflohen aus dem Klostergarten, denn entstanden ist es mit Orval-Hefe, den Mönchen sei Dank.

Uerige Sticke, 6 % Alc., 0, 25 Glas

Das Sticke ist ein Alt-Bier der Düsseldorfer Brauerei Uerige in der Altstadt. Es wird nur zwei Mal im Jahr gebraut und am jeweils dritten Dienstag im Januar und im Oktober ausgeschenkt. Wir waren da und konnten einige Flaschen erbeuten, die wir nur mit Euch teilen. Aufgrund seines höheren Hopfen- und Alkoholgehalts ist das Sticke länger haltbar, als das normale Uerige Alt. Das hat schon 55 Bittereinheiten und gilt als eines der besten Altbiere der Welt. Das Sticke dieses Jahres (Januar 2016) ist mit seiner reichen Hopfennase besonders gut gelungen. Schön rostbraun, gekrönt von einem festen Schaum lösen sich auf der Zunge zarte Röstmalze, verbinden sich mit dem trockenen Grundkörper aus Spalter Hopfen und komplexer Malzfrucht, das Ganze zusammen gehalten von einer karamellartigen Restsüße und einem Abschluss aus Röstnuss, Vanille und Bitterschokolade.

Stiefel-Jürgens Obergäriges Lagerbier, 4,8% Alc., 0,5 l Fl.

Wer auf der A 2 an der Ausfahrt Beckum vorbei kommt, sollte unbedingt einen Zwischenstopp bei Stiefel-Jürgens einlegen. Die Brauerei in der Beckumer Innenstadt wurde 1680 geründet und nennt sich älteste Brauerei Westfalens und wahrscheinlich stimmt das auch. Das Bier der Wahl ist das Stiefel-Jürgens Bier, eine helle obergärige Bierspezialität. Es ist ziemlich flat, wie man in England sagen würde. Die Hefenoten haben in der Nase etwas pilziges und erinnern an Camembert, über dem eine leicht frisch-fruchtige Note liegt. Im Mittelteil wechseln sich florale, hefige, würzige und floral-hefige Noten ab, also total komplex, so wie wir es mögen. Insgesamt ist es aber nicht auf Bitterkeit oder Kante gebraut, sondern auf Süffigkeit und darin unerreicht.

section*Stouterik 4,5 % Alc., 0,33 l Fl.

St Peters Organic Best Bitter, 4,1 % Alc., 0,5 l Fl.

Echte Bitter kommen aus England, und mit Bio-Malz und -Hopfen sind sie besonders selten. Die verdienstvollen Brauer*innen von St Peters brauen es aus Chariot-Malz und Goldings-Hopfen. Heraus kommt ein trotz des geringen Alkoholgehalts feines Bitter mit kräftigem Körper und wunderbar erfrischender Rezenz. Aroma und Geschmack pendeln zwischen Gras-, Blüten- und Kräuternoten, vor dem trockenen, kräuterig-bitteren Abgang entsteht ein leicht-fruchtiger Körper. Sehr gutes Bitter und vor allem Bio.

St Peters Suffolk Gold, 4, 9 % Alc., 0,5 l Fl.

Auch das Suffolk Gold von St Peters tritt als Premium Bitter oder Extra Special Bitter (ESB) auf, wie sie eigentlich nur die Briten brauen und nennen. Trotz des Siegeszugs der hopfenbetonten Craft-Biere erfahren die Bitter nicht die Anerkennung, die ihnen als tradtionellem Braustil gebührt. Gebraut als Single Hop mit dem früh geernteten First Gold-Hopfen aus Suffolk und dortigem Malz entsteht ein fein balanciertes, goldfarbenes Bitter Ale mit vollem, restsüßen Körper und einer lang anhaltenden Bitternote. Von Karamell bis Zitrus in der Nase zu kräuterigen, floralen Note auf der Zunge. Ein wirklich feines Bitter.

De Halve Maan Straffe Hendrik Brugs Quadrupel, 11 % Alc., 0, 33 l Fl.

Manchmal sind Gäste etwas störrisch und verlangen nach einem Bier, das nicht so bitter ist. Et voila! Das Straffe Hendrik Quadrupel wird alle Freund*innen der etwas süßeren Biere begeistern. Aber Vorsicht: Elf Volumenprozent jagen direkt ins Blut. Wirklich beeindruckend bei diesem Bier ist das Bouquet, welches das Aroma von Rumrosinen verstreut. Dazu ein wenig Malz- und Honignoten. Grandios. Der Körper ist fein süß ausgebaut, die Kohlensäure schön gebunden und hält sich lange. Unbedingt langsam trinken und genießen!

Tartaruga Sunny Baia, 4, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Als Session IPA kommt das Sunny Baia unter die Top 50 dieses Stils bei Ratebeer und bei uns als für das ganze Jahr gültiges Sommergetränk auf die Karte. Mit einer Mischung aus elsässischen und amerikanischen Hopfen (37 IBU) wird Tartaruga dem Titelzusatz Fine Brewing sehr gerecht. Ein kupfergoldener, schlanker Körper, ein Aroma nach Mandarinen und Honig, ein malzig-süß-bitterer Mittelbau und ein hopfig-fruchtiges Finish: Wirklich Eins A.

Tartaruga Super Fresca, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

Tartaruga (Die Schildkröte) ist eine kleine Bar in Italien, an deren schöne Abende sich Brauer Patrizio Stefanelli mit seiner Bierreihe in Belgien erinnert, die er entweder bei De Ranke, den Schöpfern des berühmten XX Bitter, oder bei Nova Birra braut. Das Super Fresca ist ein belgisches Ale, gebraut aus Pilsener, Pale Ale und Weizenmalz, gehopft und gestopft mit Galaxy und Citra auf 55 Bittereinheiten. Schön orange, kräuteriger Duft, voller Körper, sanft karbonisiert, Zitrusnoten und leicht pfeffrig-bitterer Abgang. Erfrischendes, sehr gutes Ale.

Tartaruga Sweet Alma, 8 % Alc., 0,33 l Fl.

Ein Imperial IPA aus der Brauerei de Ranke (XX Bitter) verspricht viele Bittereinheiten und höchste Braukunst. Et voila! Wir werden nicht enttäuscht. Der Schaum ist schneeweiß, feinporig, haftet am Glas und lieg wie ein feiner Teppich auf dem goldenen Bier. Das Bouquet ist nicht nur stilecht, sondern eine Klasse für sich. Zitrusnoten, Aprikose, Pampelmuse, Mango und Melone sind nur eine unvollständige Liste der Aromen, die in die Nase strömen. Dafür werden die Hopfensorten Columbus und Centennial nicht nur eingekocht, sondern zudem ins Gärfass gelegt. Der Körper ist voll. Im Mittelteil klingt sweeter Honig durch. Dieses Bier ist bitter, richtig bitter, die 77 IBU kommen durch vom Anfang bis zum Ende. Eine Wucht.

Schneider Weiße TAP 4, 6,2% Alc., 0,5l Fl.

Ein Weizenbock mit Zutaten aus dem biologischen Landbau. Es wird auch „das Grüne“ genannt und es ist erstaunlich, wie treffend diese Lexik ist: Wenn man Farben riechen könnte, dann käme das Tap 4 grün ziemlich nahe. Das TAP 4 erinnert eher an ein belgisches Saison als an ein bayrisches Weizenbier. Es ist ein schönes Sommer-Bier mit einer leichten Spritzigkeit, die gut verschleiert, dass dieser Bock immerhin 6, 2 Vol.% auf die Waage bringt. Wirklich famos.

Schneider Weisse TAP 5, 8,2 % Alc., 0,25 l Glas

Ein Weizen-Doppelbock mit 8,2 Vol. % und erhöhter Suchtgefahr. Vielleicht weil so wenig mit einem bayrischen Weizen gemein hat. Im Glas ist es hübsch anzuschauen: Das TAP 5 hat einen deutlichen Kupferstich und der Schaum ist feinporig, fast cremig. In der Nase fällt zunächst das herausragende Bouquet auf: Deutliche Zitrusnoten mit einer ausgeprägten Würze arrangiert zeigen, was Aromahopfen kann, wenn man ihn lässt. Im Antrunk ist das TAP 5 ziemlich spritzig und gewinnt nach hinten hinaus deutlich an Bitterkeit, die sehr wohltuend wirkt. Grandios.

Three Kings With Respect, 7, 2 % Alc., 29/50 pt. Fl.

Im Bouquet eine Mischung aus gebrannten Karamel und fruchtiger Orangenmarmelade erinnert uns dieses Bier zwar an die Winterzeit, aber dieses English Strong Ale aus North Shields schmeckt immer gut. Der fruchtig-nussige Antrung wird flankiert von herben Hopfenaromen, wie man sie vielleicht von IPAs kennt. Nur für diesen Abend im Programm und auf 10 Flaschen limitiert. Wat wech is, is wech!

Uerige Alt, 4,7 % Alc., 0, 5 l Fl.

Bevor es in Deutschland Craftbeer gab, war Uerige mit Sicherheit das bitterste Bier der Republik. Gebraut wird noch trotz des Aufwands mit Doldenhopfen aus dem Hallertau und Spalt, der dem Uerigen seinen Stempel aufdrückt. Das Uerige ist noch nicht bernsteinfarbend, aber deutlich heller als seine Kumpanen der Stadt. Wir schätzen den harzigen Geruch, die schönen Röstaromen, das würzige Auftreten und die nussig-fruchtigen Aliquottöne. Chapeau und Helau!

Uetzinger Metzgerbräu Lager, 5 % Alc., 0,33 l Glas

Val Dieu Blonde, 6 % Alc., 0, 33 l Fl.

Das Tal Gottes liegt kurz hinter der Deutsch-Belgischen Grenze in der Nähe von Aachen und ist aus dem Ruhrgebiet gut mit dem Auto zu erreichen. In der Abtei kann man die Biere der Brauerei vom Fass in einer magischen Atmosphäre genießen. Im Glas macht es eine gute Figur: feiner Schaum und in der Nase eine Komposition feiner Kräuter in einem angenehmen Hefebett. Insgesamt ein süffiges Bier ohne Kanten mit einem wohl ausgebauten Körper.

Val Dieu Brune, 8 % Alc., 0, 33 l Fl.

Im Glas erwecken tiefschwarze Töne große Erwartungen an satte Malzaromen, die tatsächlich im Bouquet jedoch eher dezent sind. Im Mund überzeugt dieses wohl karbonisierte Getränk durch Noten dunkler Schokolade und kräftig herben Noten bis hin zur Bittermandel, ohne dabei penetrant Alkoholisch zu sein (und das bei diesem Wert!). Lediglich der Abgang ist leicht alkoholisch, der jedoch von einer wohl ausgewählten Hopfenbittere begleitet wird, die noch lange auf der Zunge zu spüren ist.

Val Dieu Cuvée 800, 5, 5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Der Gebrauch der Wortes Cuvée ist durchaus divers. Am besten gefällt uns, dass Cuvée den Inhalt des Gärbehälters bezeichnet, weil es so gut zu uns passt. Aktuell feiert das Kloster Val Dieu (Tal Gottes) sein 800 jähriges bestehen. Zu diesem Anlass kreierte Braumeisterin Virginie Harzé ein wirklich gelungenes Bier: das Cuvée 800. Es ist ein Bier der Extreme. Es hat für belgische Verhältnisse mit 5, 5 Vol. Prozent extrem wenig Alkohol, dafür ist es aber im Vergleich zu den anderen Val Dieu Bieren extrem hopfenbetont. In der Kombination mit dem recht schlanken Körper erinnert es an ein Saison, an ein richtig gutes Saison.

Val Dieu Grand Cru, 10, 5 % Alc., 0,33 l Fl.

Eigentlich halten wir nichts von der These, nach der Fassbier grundsätzlich besser schmeckt als Bier aus der Flasche. Beim Grand Cru von Val Dieu trifft das aber zu. Es ist aber bestimmt nur die magische Atmosphäre, die der Klosterhof von Val Dieu verströmt, die diesen Eindruck bewirkt. Ob Fass oder Flasche kommt ein gutes, dunkles Abteibier ins Glas, das wiedereinmal beweist, dass die Katholiken einem kleinen Rausch nicht abgeneigt sind. 10, 5 Vol. Prozent sind schon beachtlich. Der Grundton dieses Biers ist eher süßlich bis fruchtig. Ein haltbarer Schaum bietet einen schönen Kontrast zum dunklen Bier. In der Nase weinige Noten mit einem leicht pilzigen Ton, der ein wenig an Camembert erinnert (beim Fassbier viel deutlicher). Dieses Bier erinnert an in Schnaps eingelegte Rosinen. Es hat viel Kohlensäure und hat einen feinen bitter-balancierten Abgang, in dem der Alkohol zum Vorschein kommt. Spitze.

Val Dieu Tripel, 9 % Alc., 0, 33 l Fl.

Michael Jackson erklärt zum Tripel: In Belgien lässt man für einige Biersorten dreimal Wasser in den Maischebottich laufen. Beim ersten Mal entsteht ein ziemlich starkes Bier – dreimal so stark wie das aus dem letzten Maischvorgang, daher die Bezeichnung Tripel.Das Tripel aus den Kesseln der Brauerei Val Dieu hat es in sich. Neun gut verbraute Volumenprozent machen dieses Bier zu einer guten Begleiterin für Nächte am Kaminfeuer. Auf diesem Bier thront ein schöner, weißer Schaum, der recht stabil ist und schöne Inselchen bildet. Dieses helle Tripel macht im Bouquet eine gute Figur: feine Karamellnoten, leichte Würze, schöne Hefearomen, der Hopfen ist angedeutet und wird begleitet von eher fruchtigen Aromen (Aprikose, Rosine?). Wenn dieses Bier wirklich schon im Mittelalter getrunken wurde, so ist dies wieder einmal der Beweis dafür, dass im Mittelalter nicht alles schlecht war.

Vedett IPA, 6 % Alc., 0, 33 l Fl.

Auf dem Etikett wird nicht mit superlativen hinter dem Berg gehalten: Dieses IPA sei extra-ordinary, extra high. In der Nase kann es mit einem Bouquet entzücken, wie es sich für ein Bier dieses Stils gehört. Gut gefällt, dass die Grapefruit- und Madarinen-Noten von einem feinen Hefebett getragen werden. Der Antrunk ist durchaus angemessen Herb und der Mittelteil steigert sich ins Bittere, ohne zu übertreiben. Insgesamt ein sehr solides IPA, dass FreundInnen dieses Stils nicht verpassen sollten. [Anmerkung des Setzers: Es sind nur wenige Falschen im Keller!]

The Monarchy Viking Gose, 6, 5 % Alc., 0, 25 l Glas

Dieses Bier ist sauer und rauchig. Also vorsicht! Wer saueren Bieren und rauchigen Bieren jedoch nicht abneigt ist, sollte diese Bier unbedingt probieren. In der Vormann-Brauerei gebraut überzeugt dieses Bier durch eine wohl austradierte Trockenheit. Dieser Trunk wird von Schluck zu Schluck süffiger und reicht bis tief in die Kehle hinein.

Vormann Malzbier, 1, 5 % Alc., 0,33 Fl.

Kein Straight-Edge-Bier, da noch alkoholhaltig, aber ein gutes, traditionelles Malzbier, das noch leicht angegoren wird und nicht mit Zuckercoleur gepanscht ist. Mild-weich im Antrunk, süß, jedoch ohne klebrig zu sein, malzig-bierig mit einer milden Herbe im Nachgang. Wer wenig Alkohol und süße Biere mag ist beim Vormann Malz richtig.

Vormanns Doppelbock, 8 % Alc., 0, 33 l Fl.

Advendszeit ist Fastenzeit und Fastenzeit ist Bockbierzeit. Es ist nicht ohne Ironie, dass die Mönche in der Fastenzeit das Bier stärker einbrauten, damit die achso beschwerliche Fastenperiode nicht ganz so beschwerlich daherkommt. Der Doppelbbock der Brauerei Vormann aus Hagen-Dahl eignet sich gut als Einstieg in die hochprozentigen Exemplare und weiß durch eine konsequente Süffigkeit zu überzeugen.

Vormanns Vorder, 4, 2 % Alc., 0, 33 l Fl.

Vormann ist eine traditionsreiche Hagener Brauerei. Obwohl das Vorder ein nicht ganz so typisches Export ist, ist es wohl das konventionellste Bier in unserem Keller. Das muss aber beileibe nichts schlechtes heißen! Einigermaßen überraschend ist, dass sich kein Dortmunder Export in der hübsch geformten Falsche findet, sondern ein eher zu hell geratenes Münchener Dunkel. Geschmacklich gefällt das Vorder durch dezente Röstaromen und einer leichten Hopfenbittere.

De Molen Vuur & Vlam, 6, 2 % Alc., 0,33 Fl.

Ein India Pale Ale von der berühmten holländischen Brauerei De Molen in Bodegraven kurz vor Rotterdam. Als Bitterhopfen kommen Chinook, Cascade, Simcoe und Amarillo zum Einsatz, trockengehopft wird mit Cascade. 42,6 Bittergrade zeigt die Skala an. In die Nase dringen reife Früchte, dann erreichen sie den Gaumen, es folgen Karamell, Zitrusnoten und die schöne Hopfenbittere, die langsam ausklingt. Feines, sehr rundes IPA mit Feuer und Flamme.

Westmalle Dubbel, 7 % Alc., 0,33 l Fl.

Das Westmalle wird wie das Orval von Trappisten gebraut. Ein Dubbel ist eigentlich immer ein dunkles Bier im Abtei-Stil. Das Westmalle Dubbel ist wohl ein Bilderbuch-Dubbel: Im Glas verstömt es das Aroma dunkler Beeren mit einem hefig, alkoholischen Unterton. Der Schaum ist feinporig und bildet auf dem Bier kleine Schauminseln. Der Abgang ist eher süffig mit leichten Bittermandel-Aromen. Göttlich gut.

Westmalle Tripel, 9, 5 % Alc., 0, 33 l Fl.

Trappistenbieren wohnt stets etwas Transzendentes inne. Gut sind sie allemal. Das Tripel aus dem belgischen Ort Malle ist ein wirklich starkes Exemplar seiner Gattung. Der Schaum bildet im Trappistenkelch auf dem goldenen Bier die typischen Schauminseln, die sich hübsch entwickeln. Das Bouquet ist ausgesprochen fruchtig. Das Trippel hat dezent alkoholische Noten, die diesem Bier einen Körper verleihen, der wie gemacht ist für winterliche Abende.

Westons Scrumpy Cloudy Cider, 7, 5 % Alc., 0, 25 Glas

Eine leichte Note von einer Heuscheune begleitet diesen in Eichenfässern gereiften Cider. Vorsicht, dieser Cider ist mit 7.5 % Alc. deutlich stärker als der französische Cidre oder der heimische Äppelwoi. Ein Local meinte, dass das Zeug gut als Einschlaftrunk geeignet sei. Probiert es aus.

Brauerei Witzgall Landbier, 5, 2 % Alc., 0, 5 l Fl.

Wychwood Black Wych, 5 % Alc., 0, 5 Fl.

Die Brauerei Wychwood in Oxfordshire hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, obwohl sie mit knapp 35 Jahren noch recht jung ist – Erfolg und Name kamen mit dem Hopgoblin Bier 1988 und dem Gothic-Metal-Hexen-Image, deswegen folgten viele Besitzerwechsel. Das Black Wych ist ein stilechtes Porter mit Röstmalz und Haferflocken, pechschwarz mit schönem Schopf. In der Nase treffen sich Kaffee, Bitterschokolade und Röstaromen gefolgt von einem Hauch von Rauch und Karamell. Der setzt sich im schlanken aber öligen Körper fort und erneut tauchen Röstnoten, Schoko, Kaffee und Karamell auf, gekrönt vom fein bitteren Target-Hopfen. Erscheint das Black Wych zunächst recht süß gewinnt am Ende doch die Bitterschokolade. Frisches, feines Stout, äh Porter.

Żywiec APA, 5, 4 % Alc., 0, 5 Fl.

Im polnischen Żywiec wird mittlerweile unter der Knute des Braukonzerns Heineken gebraut und Żywiec hat mittlerweile mehrere Sorten im Angebot. Vom Beck’s-Konzern wissen wir, dass nichts Gutes bei rumkommt, wenn große Marken versuchen, mit einem hippen Bierstil doch den Massengeschmack zu treffen und Craftbeer-Trend zu melken. Bei Żywiec ist das anders: Das Żywiec APA hat eine frische Hopfennase mit schönen Hefearomen und karamellartigen Tönen. Der Antrunk ist malzbetont und wird durch eine feine Bitterkeit im Finish abgerundet. Ein schönes Bier aus Polen für den frühen Abend.

Zywiec Porter, 9, 5 % Alc., 0, 5 l Fl.

Konsens, Dissens und soziale Praxis

Manchmal müssen im SZ Entscheidungen getroffen werden. Welches Bier wird bestellt, wie funktioniert das mit dem Putzen, wen beauftragt man, mit den Vermietern zu reden? Bei solchen Entscheidungen sollte niemand untergebuttert werden und deshalb ist es gute basisdemokratische Tradition, Entscheidungen auf eine möglichst breite Basis zu stellen und im Konsens zu entscheiden. Wenn sich alle einig sind, wissen nicht nur alle Bescheid, sondern es muss sich auch niemand übergangen fühlen.

In vielen linksradikalen Läden wurde sich darauf verständigt, nur veganes Essen anzubieten. Das ist Anbetracht des Tierleids nachvollziehbar und auch Menschen leiden unter dem weltweit stetig wachsenden Bedürfnis nach tierischem Eiweiß: Es geht viel Land für den Anbau von Futtermittel (z.\,B. Soja) verloren, das viele Menschen satt machen könnte. Aus diesen und anderen guten Gründen wurde bereits zu Gründungszeiten des SZ gefordert, ausschließlich pflanzliche Lebensmittel in der Küche zuzulassen. Wir haben uns damals dennoch dagegen entschieden und diese Entscheidung wird mittlerweile angezweifelt: Ein veganer Konsens soll her.

Das SZ war von seinem Anspruch immer ein Projekt, das möglichst wenig auf soziale Abgrenzung aus ist. Klar ist natürlich, dass jeder linke Laden nicht alle Menschen gleichermaßen anspricht, weil man in linken Läden damit rechnen muss, Leute zu treffen, für die Staat, Nation und Kapitalismus keine Selbstverständlichkeiten darstellen. Auch sollten bestimmte andere Dinge klar sein: Wir wünschen nicht nur eine Gesellschaft frei von Diskriminierung und Benachteiligung, sondern unsere Räume sollten dies schon jetzt sein. Auch wenn es nicht immer klappt, so denken wir, ist das im SZ Konsens; ohne dass dafür extra ein Beschluss auf dem Plenum her muss, ganz einfach weil es soziale Praxis im SZ ist, erst einmal allen Menschen mit einem gewissen Vertrauensvorschuss zu begegnen.

Was mit dem vegan Konsens gefordert wird, ist gerade deshalb kein Konsens, weil die soziale Praxis der Nutzer/innen offenkundig anders aussieht. Zumal nicht alle Menschen, die fordern, dass SZ solle bitte schön ein veganer Raum werden, auch zuhause vegan leben. Das hat schon was von Doppelmoral: Im SZ auf vegan und moralisch machen, aber im Privaten dem Laster nachgeben. Wäre vegan soziale Praxis im SZ, wäre ein Plenumsbeschluss, der sich Konsens nennt, hinfällig. Ein solcher „Beschluss“ hat entweder den Charakter eines Verbots oder eines Tabus. Beides ist irgendwie kacke.

Ein Appell hätte es ebenso getan und hätte wahrscheinlich zum gewünschten Ergebnis geführt. Gute Gründe gibt es ja.

Prost

Deine Gärbar-Crew