Reserviert ab 19 Uhr – Kleiner Bericht vom Sticke-Tag am 19. Januar 2016

Der Januar ist ein gärbarfreier Monat, also wie gemacht für einen kleinen Betriebsausflug in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Beim Uerigen ist Sticke-Tag und den darf sich die Gärbar-Crew nicht entgehen lassen. Die Stimmung ist in Worten schwer einzufangen und vielleicht am besten durch die Worte, derjenigen Dame zu charakterisieren, die das Uerige verließ, als wir eingetreten sind: „Es ist doch immer wieder schön!“ (Eine andere Dame meinte aber auch, dass das Uerige viiiiel zu bitter sei. Das sehen wir natürlich anders. Spalter sei dank.)

Es hat schon am Sticke Tag eine ganz eigentümliche Atmosphäre. Der Altersdurchschnitt ist eher hoch, kaum Hippster vor Ort, die Stimmung ausgelassen, der Laden ziemlich voll und die meisten Tische ab 19 Uhr reserviert. Schlecht für uns, die wir nicht reserviert hatten, aber um sieben das erste Bier trinken wollten. Im hinteren Raum konnten wir dann doch einen Tisch ergattern. Ein paar Touristen von weit her mischten sich hier unter das Volk, tranken Bier und aßen gute Sachen.

Die Bierspezialistinnen treibt an diesem Abend nur eine Frage um: Wie gut ist die Sticke diesmal. Ja, ja, Bier ist ein Naturprodukt und das gilt fürs Sticke allemal. In einem kleinen Gespräch mit dem Brauer kam zu Tage, dass die Rohstoffe schon sehr schwankten und deshalb die Rezepte immer wieder angepasst werden müssten. So wäre der Alphasäure-Gehalt beim Hopfen in letzter Zeit eher abnehmend, sodass immer mehr Hopfen ins Bier muss, um die gleichen Bittereinheiten zu erreichen. Außerdem erfuhren wir, dass das Sticke hofpengestopft wird.

Das diesjährige Sticke ist ansprechend Bitter (keinesfalls zu bitter) und hat einen ziemlich schlanken Körper. Da beißt die Maus kein Faden ab: Dieses Bier ist im Bouquet straight hopfenwürzig und im Abgang hopfenbitter. Kein Wunder, dass dieses Bier zu den besten Bieren zählt, die man im Land des f***ing „Reinheitsgebots“ kaufen kann.

So schön kann polierte Kupfer sein
So schön kann poliertes Kupfer sein

 

Der heilige Gambrinus sieht ganz zufrieden aus
Der heilige Gambrinus sieht ganz zufrieden aus

 

Wirkt ein wenig trotzig, hat aber dennoch einen wahren Kern
Wirkt ein wenig trotzig, hat aber dennoch einen wahren Kern

 

Hier wird noch mit Doldenhopfen gebraut: eine Seltenheit und eine logistische Herausforderung, weil Doldenhopfen schlecht zu lagern ist
Hier wird noch mit Doldenhopfen gebraut: eine Seltenheit und eine logistische Herausforderung, weil Doldenhopfen schlecht zu lagern ist

 

Auch in der der Gärbar gibt es wie im Uerigen keinen Schnaps und keine Musik
Auch in der der Gärbar gibt es wie im Uerigen keinen Schnaps und keine Musik

 

Blumendeko fehlt der Gärbar allerdings
Blumendeko fehlt der Gärbar allerdings

 

So finden wir es gut: Sakrale Motive beim Kneipenfenster
So finden wir es gut: sakrale Motive beim Kneipenfenster

 

In der Nahansicht wird es ganz deutlich: Der St. Nikolaus verteilt gaben. Er ist einer unsere Lieblingsheiligen. Er kümmert sich ums Wohlergehen u. a. der Diebe, Bettler und Verbrecher, aber auch um die Kaufleute.
In der Nahansicht wird es ganz deutlich: Der St. Nikolaus verteilt Gaben. Er ist einer unsere Lieblingsheiligen. Er kümmert sich ums Wohlergehen u. a. der Diebe, Bettler und Verbrecher, aber auch um die Kaufleute, die wir eher kacke finden.

 

Die Grundlage des Reichtums einer jeden Gesellschaft: die Feldarbeit
Die Grundlage des Reichtums einer jeden Gesellschaft: die Feldarbeit, ohne sie kann nicht gebraut werden.