Hallo Bochumer SPD,

es mag für dich kein Geheimnis sein, dass wir dich schon (fast) immer kacke fanden. Das muss aber erstens nicht heißen, dass das immer so sein muss, und zweitens soll dich das nicht dazu auffordern, uns in unserer Meinung durch dein Handeln zu bestätigen.
Dir ist bestimmt längst klar, dass es um die Zweckentfremdungssatzung in Bochum geht. In unserem letzten Editorial hatten wir noch das sozialdemokratische Märchen wiedergegeben, wonach die Bochumer SPD noch keine feststehende Meinung zur Zweckentfremdungssatzung hätte und deshalb die Entscheidung im Rat der Stadt vertagt wurde – das war vor der Bundestagswahl. Nach der Bundestagswahl ging es dann ganz schnell: Die Zweckentfremdungssatzung wurde abgelehnt, obwohl die Basis der SPD in den Bezirksvertretungen mehrheitlich dafür votiert hat.
Wer am Boden liegt, soll nicht weiter gescholten werden. Aber was glaubt ihr eigentlich, wieso die SPD erst in ihrem sog. Stammland NRW und dann bei der Bundestagswahl so abgeschissen ist? Wieso gelingt es der SPD noch nicht einmal mehr, ihre Stammwählerschaft zu mobilisieren? Wir verraten euch jetzt mal was: Eine Sozialdemokratie, die keine sozialdemokratische Politik macht, braucht kein Mensch. Und dadurch, dass ihr euch in den Dienst der Wohnungswirtschaft stellt, die am Ende des Tages von einem engen Wohnungsmarkt am meisten profitiert, verstärkt ihr nicht gerade eure Glaubwürdigkeit. Aber das habt ihr ja schon selbst gemerkt, oder?
Prost
Deine Gärbar-Crew

Willkommen im Gärspace

Bereits im letzten Editorial haben wir den Graswurzelgedanken angesprochen: Die Gärbar ist kein kommerzieller Schankbetrieb, sondern der Abend wird erst durch das gesamte Setting spannend. Er lebt vor allem durch seine Gäste. Um dem Graswurzelgedanken noch mehr Raum zu geben, haben wir den Gärspace eingerichtet. Der Gärspace ist eine kleine Ecke im SZ am Abend der Gärbar, in der Du deine Gärprodukte anbieten und/oder mit anderen Leuten ins Gespräch über Gärung kommen kannst. Hier können Erfahrungen rund um das Thema Fermentation weitergeben und ausgetauscht werden. Wir denken, dass dieses Wissen zum Beispiel auch für Foodsharing-Projekte spannend sein kann, weil durch die Gärung Lebensmittel haltbar gemacht werden und so weniger Lebensmittel weggeworfen werden müssen. Außerdem: Wer gärt, stellt oft größere Mengen her, weil es sich sonst nicht so recht lohnt. Überschüsse könnt Ihr im Gärspace verschenken oder tauschen.

Have a lot of fun in the gärspace!

Prost

Eure Gärbar-Crew

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FreitagIstGärbar

Eine Hommage an die Bierkultur von unten

Nicht alle, die zum ersten Mal in die Gärbar kommen, wissen, dass wir gar keine kommerzielle Kneipe sind. Die Leute, die hinter der Theke stehen, betreiben das als Hobby. Wir sind gerne GastgeberInnen und freuen uns, wenn sich unsere Gäste freuen. Noch schöner finden wir es aber, wenn sich das Verhältnis diesseits und jenseits der Theke auflöst oder zumindest in produktiver Art und Weise verschwimmt. Was ist damit gemeint? Ganz generell finden wir, dass wir alle die Gärbar machen. Zum Beispiel wäre sie ohne das SZ nicht möglich. Na klar, es gibt die Crew, die die Karte zusammenstellt und das Bier ausgibt usw. Aber der Abend wäre nichts ohne die Menschen, die vor der Theke stehen. Noch besser wird das Ganze, wenn Leute von euch auf die Idee kommen, sich einzubringen. Der heutige Abend (und auch schon der letzte) wäre nicht denkbar gewesen ohne die Initiative von Guido. Auch in der Vergangenheit hatten wir schon Biere auf der Karte, bei denen „Gäste“ gesagt haben, dass ihnen ein Forum gebührt. Dass wir das richtig gut finden, versteht sich von selbst: Schöner kann der Graswurzelgedanke nicht gelebt werden.

Wir freuen uns auf Biere aus Litauen.

Prost

Eure Gärbar-Crew